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150 000 Euro für Sanierung Quakenbrück: Geburtshaus des Reformators Hermann Bonnus soll in neuem Glanz erstrahlen

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Quakenbrück. Auf den Punkt 150 000 Euro bekommt Theo Kemker, Eigentümer des Geburtshauses von Hermann Bonnus in der Goldstraße (neben dem Parkplatz der Kreissparkasse), vom Bund für die Sanierung dieses Kleinods.

Die frohe Botschaft überbrachte im Vorfeld des CDU-Kreisparteitages der christdemokratische Bundestagsabgeordnete Georg Schirmbeck, der sich für dieses Projekt eingesetzt und im Haushaltsausschuss des Bundestages einen entsprechenden Antrag gestellt hatte. Damit fließen – im Jahr des 450. Reformationsjubiläums – zum ersten Mal Mittel der Baudenkmalpflege in das Artland, das, so der Abgeordnete, über viele Baudenkmale verfüge, die einerseits Segen, andererseits auch Last seien.

Das Haus Goldstraße 9 gilt seit langer Zeit als Elternhaus des Reformators Hermann Bonnus, der hier im Jahre 1504 geboren wurde. Sein Vater, der Schuhmacher und Ratsherr Arnd (Arnold) Bonnus, war mit Hilla, geb. Dreckmann, verheiratet und stammte aus der benachbarten Ortschaft Bunnen, woher sich auch der Familienname ableitet.

Die Eltern scheinen in sehr guten Verhältnissen gelebt zu haben, denn sie schickten ihren Sohn auf die Domschule in Münster. Zuvor hatte er sicher die Lateinschule seiner Vaterstadt besucht, an der der Bruder seiner Mutter, Wilkinus Dreckmann, als Lehrer („Undermester“) wirkte.

Hermann Bonnus wurde in Wittenberg Schüler von Martin Luther und Philipp Melanchthon, die er auch später, so weiß es die Geschichte, „in hohen Ehren“ hielt.

An Luthers Bibelübersetzung in die niederdeutsche Sprache war Hermann Bonnus ebenfalls beteiligt. Diese 1534 herausgegebene Bibel wurde Bonnus’ Handexemplar. Er schenkte sie seiner Heimat-Kirchengemeinde St. Sylvester, wo sie bis heute unter der Bezeichnung „Bonnus-Bibel“ alljährlich am Sonntag nach Trinitatis gezeigt wird.

1543 oblag Bonnus im Auftrag des Osnabrücker Bischofs die Erstellung und Durchsetzung einer jener „gliknütige(n) Christliche(n) Kerkenordnunge und Reformation“ im Osnabrücker Land, und in Quakenbrück schuf er gleichzeitig eine zeitgemäße Schulordnung.

Superintendent in Lübeck

Hermann Bonnus starb bereits 1548 in Lübeck, wohin er als Superintendent berufen wurde. Mit Stolz berichtete die vor Kurzem verstorbene Herta Proest, die zuletzt im Bonnus-Geburtshaus lebte und selbst aus einer alten Quakenbrücker Familie stammte, über das erhalten gebliebene Geburtszimmer des Reformators.

Auch die in den 1930er-Jahren angelegte Bonnus-Straße und das „Hermann-Bonnus-Haus“, das Gemeindehaus von St. Sylvester, in der Großen Kirchstraße erinnern an den großen Sohn der Stadt Quakenbrück.


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