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Mönche nehmen Bierrezept mit In Lotte-Osterberg wird auf einer kleinen Fläche Hopfen angebaut

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<em>In sattem Grün</em> mit Gedenkstein ist der Osterberger Hopfengarten auch Wellness für die Seele. Foto: Ursula HoltgreweIn sattem Grün mit Gedenkstein ist der Osterberger Hopfengarten auch Wellness für die Seele. Foto: Ursula Holtgrewe

Osnabrück/Lotte. Wenn auch in der hiesigen Region der Hopfenanbau keine Rolle spielt, so gibt es seit zwölf Jahren dennoch einen Hopfengarten. Anlässlich des 750-jährigen Ortsteilbestehens in Lotte-Osterberg pflanzten Heimatpfleger auf einer kleinen Fläche Hopfen an der Münsterstraße an – als Erinnerung an die Bierbraukunst der Osterberger Mönche, die vor rund 600 Jahren in Osterberg siedelten.

Vielfältig sind die historischen Bezüge zu dem Hopfengarten in Osnabrück-Land und -Stadt. Urkundlich wurde Osterberg erstmals im Jahr 1251 erwähnt. Im Jahr 1410 ermöglichte die Stiftung der Adelsdame Sophie von Langen den Bau eines Klosters mit wenigen Liegenschaften. Die Straße „Am Kloster“ erinnert daran. Auch der Begriff Klausberg, früher Klausterberg, also Klosterberg, erinnert an das Wirken der Kreuzherren-Mönche.

Einige Jahre nach Gründung erweiterte sich der Klosterbesitz. Unter anderem kamen Stadthäuser an Osnabrücks Osterberger Reihe in den Besitz der Mönche, die nach den Regeln des heiligen Antonius mit Seelsorge und Verkündung der Worte Gottes lebten. Sie waren als Seelsorger in der Region ebenso bekannt wie durch ihre Bierbraukunst. Indes hatten sie nicht die Zutaten und verfeinerten Rezepte wie heute, sodass Bierkenner das Ur-Bräu höchstwahrscheinlich ablehnen würden.

Und doch griffen heimatverbundene Lotter Bürger vor einigen Jahren das Thema auf und organisierten ein Brauseminar im Schützenhaus auf dem Klausberg. Das Kreuzherrenkloster wurde in seiner Blüte zum regional anerkannten geistigen und wirtschaftlichen Zentrum.

Jedoch kam es in der Reformationszeit zum Bruch mit dem Schutzherrn, dem Grafen Conrad von Tecklenburg. Die Mönche wollten sich in den Jahren um 1530 nicht reformieren lassen. Im Jahr 1538 eskalierte der Streit. Die Mönche flohen und nahmen das Braurezept mit.

An die geschichtsträchtige Zeit hingegen erinnert der Hopfengarten. Dort kann jeder auf einer Bank ausruhen, die Aussicht nach Osnabrück genießen und, sofern es die Vegetation zulässt, sich am satten Grün der Hopfenpflanzen erfreuen. Dieses Ensemble liegt direkt am neu gestalteten zentralen Platz, umgeben von Fachwerkhäusern.

Wer die denkmalgeschützte Hofanlage, die vor rund 600 Jahren auf der Klosterruine errichtet wurde, betrachten möchte, sollte sie über das obere Stück der Straße „Am Kloster“ erreichen, denn das untere ist Privatweg. Doch auch von der Bank vorm Hopfengarten kann man gut die Seele baumeln lassen und in der Fantasie in die Zeit der Mönche zurückreisen mit Blick auf das Osnabrücker Land.


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