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Kein neues Sortiment Berge: Aldi-Markt wird erweitert

Von Jürgen Ackmann

ja Berge. Demnächst wird auf dem Gelände des Einkaufszentrums in Berge wieder gebaut: Die BGB Grundstücksgesellschaft aus Herten möchte als Eigentümerin des Aldi-Grundstückes den Markt erweitern, und zwar auf eine Verkaufsfläche von 914 Quadratmetern. Das Sortiment wird aber nicht ausgebaut.

Das hört sich zunächst alles einfach an. Aber es gibt ja die deutschen Behörden. Da muss der Dienstweg eingehalten werden. Anders ausgedrückt: Die Grundstücksgesellschaft musste zunächst einen „Antrag auf Befreiung von den planungsrechtlichen Festsetzungen der ersten Änderung des Bebauungsplanes Nr. 16 Höfener Esch Teil II“ stellen. Und der ist seinerzeit bei der Ansiedlung des Aldi-Marktes in Absprache mit dem Landkreis Osnabrück so geändert worden, dass dort ein Sondergebiet eingerichtet worden ist, in dem ein Lebensmitteldiscounter nur mit einer Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern möglich ist – eine durchaus übliche und sinnvolle Regelung.

Nach mehreren Gesprächen mit dem Landkreis Osnabrück als Regionalplanungs-, Bauleitplan- und Baugenehmigungsbehörde hat die Gemeinde Berge nun eine Lösung hinbekommen, ohne alle Pläne umschmeißen zu müssen. Sie sieht vor, dass der Bebauungsplan nicht geändert werden muss. Eine Befreiung gemäß Paragraf 31 des Baugesetzbuches sei ausreichend, da die Abweichung von der Quadratmeterzahl aus städtebaulicher Sicht und unter Würdigung nachbarrechtlicher Interessen vertretbar sei. Auch sei das Vorhaben mit raumordnungsrechtlichen Belangen vereinbar. Hier ist geregelt, welche Funktionen einzelne Orten haben: Grundzentrum, Mittelzentrum, Oberzentrum. Bisher war Berge nichts von alledem. Nun aber wird die Gemeinde sogar aufgewertet, und zwar als „herausgehobener Nahversorgungsstandort“, wie Bürgermeister Volker Brandt in der jüngsten Sitzung des Rates berichtete. So weit, so kompliziert, so deutsch. Der Rat jedenfalls stimmte dem Projekt in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zu.