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Rieste wäre mit Heimsieg gerettet Zum Lokalderby erwartet der SCR Absteiger Quakenbrück

Von Bernhard Tripp


Rieste. Wenige Spieltage vor dem geplanten Saisonende stehen in der Bezirksliga 5 zwei Entscheidungen fest. Der SV Bad Laer steigt ab. Den bitteren Weg in die Kreisliga geht der Quakenbrücker SC mit, der in diesem Jahr seinen Ruf als Fahrstuhlmannschaft nicht los wird und im Sommer das Artland-Stadion als Kreisligist einweiht. Für den dritten Absteiger gibt es viele Kandidaten – darunter der SC Rieste. Seine 34 Punkte sind nur auf den ersten Blick eine Bank. In unserem Spiel der Woche geht es gerade um diese beiden Nordvereine. Denn auf Lage erwarten die Riester so gut wie abgestiegene Quakenbrücker.

Die Gastgeber können sich dagegen mit einem Sieg endgültig in Sicherheit bringen. Ein QSC-Sieg bedeutete lediglich etwas Balsam auf enttäuschte Fußballerseelen. Denn die Artländer waren nach einer guten Vorbereitung mit anderen Saisonzielen gestartet. Die Talfahrt nach der Winterpause hat viele Gründe; ausschlaggebend war wohl, dass sich die Mannschaft von Trainer Dzemil Bajric redlich bemühte, aber nicht gerade vom Glück verfolgt war. Pech und Unvermögen kamen schließlich zusammen. Bei allem Einsatzwillen fehlten Konzentration, Kaltschnäuzigkeit und Mut, um in einer ausgeglichenen Liga nicht der zu sein, den die Hunde beißen.

Die Schwarz-Weißen aus Rieste haben zwar am Wochenende auf Lage durch das 0:2 gegen Haste versäumt, frühzeitig für den Verbleib in der Bezirksliga vorzusorgen, konnten sich den schlechten Abend aber leisten. Denn die Elf von Trainer Josef Buschemöhle hat schon besser Fußball gespielt und liefert nicht nur mäßiges Stückwerk ab wie gegen die abstiegsbedrohten Haster, die nun Quakenbrück den Platz am rettenden Ufer weggeschnappt haben.

Die sich abzeichnenden Sorgen und Zukunftsängste der Quakenbrücker kennen die Riester nicht, die durch eine gezielte Nachwuchsarbeit dafür Sorge tragen, dass auf Lage nicht so schnell die Lichter ausgehen. Trainer Buschemöhle setzt eine lange Tradition fort und baut mit Erfolg junge Talente kontinuierlich in seine Mannschaft ein, die Identifikation mit den Schwarz-Weißen ist im Alfseedorf hoch.

Bei allem Leistungsdenken kommen Kameradschaft und Spaß nicht zu kurz. Im Schatten der Kommende Lage hat ein relativ kleiner Sportverein auch mit Unterstützung der politischen Gemeinde und zahlreicher Sponsoren eine Fläche großzügig entwickelt, auf der viele Generationen dem runden Leder nachjagen und im Clubhaus auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt.

Das bevorstehende Lokalderby hat bisher nicht das Zeug zum Altkreisklassiker, da die Quakenbrücker in den letzten zehn Jahren nur zweimal mehr als die Aufstiegssaison überstanden haben. Auch 2013 sind die Versuche gescheitert, die Entwicklung zu durchbrechen.

Dennoch müssen die Riester auf der Hut sein und dürfen den QSC auf keinen Fall unterschätzen. Die Ernüchterung gegen Haste kam vielleicht zur rechten Zeit. Denn Michael Walter & Co. haben viel wiedergutzumachen. „Ohne die letzten 20 Prozent geht es nicht“, sagt der SCR-Trainer, der jungen Spielern Schwankungen in der Leistung zugesteht, gleichzeitig aber erwartet, dass am Sonntag mehr investiert und sicher kombiniert wird; die Mannschaft müsse zeigen, dass sie sich spielerisch entwickelt. Mit der stabilen Viererkette im Rücken sollte die Riester Offensive in der Lage sein, die trotz allem reizvolle Partie gegen einen undankbaren Gegner zu ihren Gunsten zu entscheiden.