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Kulturausschuss schiebt viele Projekte an Aufbruch in der Gehrder Gemeindepolitik

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Attraktiver machen möchte Gehrde seine öffentliche Bücherei. Helga Kröger (Bild) betreut sie ehrenamtlich zusammen mit Brigitte Winner. Foto: Janina HammigAttraktiver machen möchte Gehrde seine öffentliche Bücherei. Helga Kröger (Bild) betreut sie ehrenamtlich zusammen mit Brigitte Winner. Foto: Janina Hammig

ms Gehrde. Kultur könnte ein Faktor sein, mit dem die Gemeinde Gehrde sich im Wettbewerb mit anderen Gemeinden profilieren könnte, sagt Dr. Martin Espenhorst (CDU). Mit dem Kulturausschuss will er diese Profilierung voranbringen. In seiner ersten Sitzung schnitt der Ausschuss eine Reihe von Themen an.

Dass sich hier ein ambitionierter Aufbruch ankündigt, hat sich in Gehrde herumgesprochen. Ungewöhnlich viele Zuschauer verfolgten die Beratungen im Ausschuss für Kultur, Tourismus Veranstaltungen und Ehrenamt, wie er offiziell heißt. Unter ihnen waren auch Ratsmitglieder, die dem Ausschuss nicht angehören. Als Ausschussvorsitzender sorgte Espenhorst für eine offene Atmosphäre, in der auch die Zuhörer sich mit Diskussionsbeiträgen einbringen konnten.

Krabat-Kunstwerk: 2012 will der Kulturverein Krabat in Gehrde ein Kunstprojekt starten wie zuvor bereits in Bersenbrück, Ankum, Kettenkamp und Eggermühlen. So wie in diesen Orten soll es auch in Gehrde ein Zusammenspiel von Einheimischen und auswärtigen Künstlern geben, einen sehr spannenden Kommunikationsprozess, erläuterte Ralph-Erik Schaffert vom Krabat-Vorstand: Die Einheimischen erzählen den Künstlern von ihrem Ort, sie geben einen Platz für das Denkmal vor, das Material und ein Thema. Die Künstler entwickeln ihre Ideen und verwirklichen sie in aller Öffentlichkeit, vor den Augen der Dorfbewohner, im Rahmen eines örtlichen Festes.

Kommt das Kunstwerk an, schenkt der Krabat es dem Ort, wenn nicht, nimmt er es zurück. Bislang kamen die modernen Plastiken aber so gut an, dass die Orte sie unbedingt behalten wollten.

Der Kulturausschuss begrüßt das Projekt, tut sich aber schwer damit, dass der Gemeinderat im vergangenen Jahr bereits den Rahmen festlegte. Die neuen Gemeindepolitiker müssen rasch handeln, wenn sie die Vorgaben noch ändern wollen. Verwirklicht werden soll das Kunstwerk auf dem Kirschblütenfest im Mai, als Materialien sind Stein und Metall vorgesehen, „Grenzen und Begegnungen“ soll das Thema sein. Ein Mahnmal für die jüdische Familie van Pels, wie von Elke Schnetlage (Die Grünen) angeregt, würde den Rahmen des Projektes sprengen, so Schaffert.

Weihnachtsmarkt: Eine Arbeitsgruppe soll den Gehrder Weihnachtsmarkt attraktiver machen, über eine Verlegung nachdenken, neue Aktionen, neue Marktbeschicker anwerben und für eine Einbeziehung der Geschäfte sorgen, regt Espenhorst an. Es schlug vor, eine „Task Force“ aus drei Ausschussmitgliedern zu bilden. So viel Präsenz der Gemeindepolitik war Bürgermeister Günther Voskamp (Die Grünen) zu viel. Er regt an, Renate Löffers vom Gemeindebüro als Organisatorin und Andreas Kowalski als Beschicker einzuladen und Vertreter von Kirchengemeinde, Kindergarten und Schule, die beim Weihnachtsmarkt mitmachen. Der Ausschuss einigte sich auf Espenhorst, Jürgen Kirk (SPD) und Jutta Molan (BLG) als Kern der Arbeitsgruppe.

Bücherei: Gehrdes öffentliche Bücherei befindet sich in dem einem alten Speicher nachempfunden Fachwerkbau am Kirchplatz mit dem sperrigen Namen „ÖPNV-Gebäude“. Sie könnte besser bestückt sein, ihren Lesern mehr Komfort bieten, hieß es im Ausschuss. Zeitweilig, als in Gehrde das letzte innerörtliche Café geschlossen war, war sogar von einem kleinen Café dort die Rede. Platz gäbe es im „ÖPNV-Speicher“, der zu diesem seltsamen Namen kam, weil sein Bau mit Mitteln zum Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bezuschusst worden war. Eingriffe in die Bibliothek müssten mit der Samtgemeinde Bersenbrück abgestimmt werden, die sie betreibt, erklärte Voskamp. Schulleiterin Elisabeth Middelschulte kann sich vorstellen, die auch eher bescheiden im Dachgeschoss der Schule untergebrachte Schulbibliothek einzubringen.

Prospekte: Der Designer Otto Burzlaff ist damit beschäftigt, eine Neuauflage des Ortsplans vorzubereiten, ein teils über Werbung finanziertes Straßenverzeichnis, mit dem Ortsunkundige sich orientieren können. Der enthält zwar auch Hinweise für Touristen, doch für die schafft Burzlaff derzeit weitere Broschüren wie etwa einen Basisprospekt, der die Gemeinde vorstellt. Weitere Faltblätter regen zu Touren im Kirchspiel an, etwa auf der Giebelmeile, oder informieren über Gastronomie oder Freizeitmöglichkeiten.

Gehrde im Internet: Als verbesserungswürdig betrachtet Espenhorst Gehrdes Präsenz im Internet. Die offizielle Website gehört zu einem Portal, das die Samtgemeinde Bersenbrück für Gehrde wie für alle anderen Mitgliedsgemeinden unter www.bersenbrueck.de betreibt. Der Ausschussvorsitzende sieht Tourismusanbieter und die örtliche Wirtschaft zu wenig repräsentiert. Pensionsbetreiberin Hilde Willert widerspricht, insbesondere Radwanderer fänden über diese Website den Weg zu ihr. Wirtschaftsbetriebe listet die Website in einem „Branchenbuch“.

Die Website sei ein Serviceangebot der Samtgemeinde, die den Mitgliedsgemeinden auf diese Weise Kosten und Aufwand für die Pflege einer eigenen Website erspart, fügt Günther Voskamp hinzu. Die Mitgliedsgemeinden bräuchten nur Material zu liefern, das in Bersenbrück eingestellt würde. Mithin hänge die Aktualität der Seiten auch davon ab, wie intensiv zugeliefert wird. Gehrdes Website sei gerade sehr aktuell, sie stelle den neuen Gemeinderat vor, und der Veranstaltungskalender 2012 sei auch eingepflegt.


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