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Saisonale Gründe – Quote im Emsland bei 4,3 Prozent Im Juli 512 Arbeitslose mehr als im Juni

Von Aloys Schulte

ys Papenburg/Leer. Die Erholung auf dem Arbeitsmarkt hat im Juli im Bezirk der Agentur für Arbeit (AA) Leer (mit den Geschäftsstellen in Papenburg und Sögel) einen leichten Dämpfer erhalten. Nach Angaben der AA-Leiterin Christiane Fern erhöhte sich die Zahl der Erwerbslosen im Juli gegenüber Juni um 512. Vor allem jüngere Menschen waren betroffen.

Gründe für die Entwicklung sind laut Fern die Schulabgänger und die Auszubildenden, die ihre Lehre beendet haben. Von diesen seien trotz der allgemein guten konjunkturellen Lage viele nicht in ein Arbeitsverhältnis übernommen worden. „Das hat uns überrascht“, so Fern.

Der Anstieg der Erwerbslosenzahl sei zu Ferienbeginn allerdings üblich. Ein Rückgang sei im August/September zu erwarten. Positiv sei, dass gegenüber dem Vorjahresmonat mehr als 400 Arbeitslose weniger gemeldet waren. Die Quote von 7,1 Prozent im Bezirk liege um 0,4 Punkte unter der vom Juli 2009.

Insgesamt waren 9368 Menschen erwerbslos, davon bezogen 3898 das Arbeitslosengeld (ALG) I, 5470 Frauen und Männer waren bei den Zentren für Arbeit der Landkreise Leer und Emsland gemeldet. Diese sogenannten Langzeitarbeitslosen erhalten die aus Steuermitteln finanzierte Grundsicherung, das Arbeitslosengeld II (Hartz IV).

Leicht gestiegen ist laut Statistik auch die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung. Sie lag im Juli bei 12492. Im Juni waren es 12261. Erfasst werden in dieser Gruppe alle Frauen und Männer, die arbeitslos sind, und zusätzlich diejenigen, die zum Beispiel an beruflichen Weiterbildungs- oder Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen teilnehmen, Bezieher von Gründungszuschüssen oder Menschen in Altersteilzeit.

Bei den Stellenangeboten ist ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. 1090 freie Arbeitsplätze waren gemeldet, fast 23 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die meisten (290) entfallen auf den Bereich Zeitarbeit, gefolgt vom Handel (140), dem verarbeitenden Gewerbe (134) und dem Gesundheitswesen (110).

Im Bereich Ausbildung standen im Juli 870 „unversorgte“ Bewerber 380 freien Plätzen gegenüber. Agenturleiterin Fern appellierte an die Betriebe, „nicht immer nur Bestenauslese“ zu betreiben. „Wir haben keine Belege dafür, dass die Ausbildungsreife heute schwächer ist als in früheren Jahren.“ Der drohende Fachkräftemangel zwinge die Unternehmen dazu, „neue Talentreserven zu erschließen“. Fern: „Wir dürfen uns dabei nicht von Brüchen und Tälern im Lebenslauf beeindrucken lassen.“

Auch im Agenturbezirk Nordhorn mit den Geschäftsstellen in Meppen und Lingen ist die Erwerbslosenquote in der „Sommerpause“ gegenüber Juni um 0,2 Punkte auf 4,0 Prozent gestiegen. Insgesamt waren 7239 Frauen und Männer ohne Job. In Nordhorn waren es 3393, in Meppen 1746 und in Lingen 2100. Gegenüber Juli 2009 sank die Quote um 0,5 Prozentpunkte.

Die Berechnungen für den Landkreis Emsland mit den Agentur-Geschäftsstellen Lingen, Meppen, Papenburg und Sögel ergeben einen Bestand an Arbeitslosen in Höhe von 6897 Männern und Frauen. Dies entspricht einer Quote von 4,3 Prozent. Darunter sind 1246 junge Leute im Alter unter 25 Jahren (18,1 Prozent) .

Zur Gruppe der Unterbeschäftigten zählen im Kreis Emsland 9720 Menschen. In Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung waren 647 Frauen und Männer, 421 nahmen an einer Weiterbildung teil, und 1053 hatten im Juli einen Ein-Euro-Job.