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Nicht bei der Bildung sparen Heiko Bertelt aus Damme kandidiert für die FDP im Wahlkreis Bersenbrück

Von Johannes Kapitza

<em>Die drei Interessensfelder</em> Landwirtschaft, Mittelstand und Finanzen von FDP-Kandidat Heiko Bertelt laufen beim Dammer Landmaschinenhersteller Grimme zusammen. Foto: KapitzaDie drei Interessensfelder Landwirtschaft, Mittelstand und Finanzen von FDP-Kandidat Heiko Bertelt laufen beim Dammer Landmaschinenhersteller Grimme zusammen. Foto: Kapitza

Altkreis Bersenbrück. Wenn Heiko Bertelt seine politischen Interessensfelder auf einen Nenner bringen will, dann verweist er einfach auf den Landmaschinenhersteller Grimme: Landwirtschafts-, Mittelstands- und Finanzpolitik treffen dort zusammen. Und der Betrieb ist in Damme verwurzelt – genau wie Bertelt, der im Wahlkreis Bersenbrück ein Landtagsmandat für die FDP holen will.

Listenplatz 41 ist dafür wenig aussichtsreich. „Ich muss einfach direkt gewinnen“, sagt der 59-Jährige, der davon ausgeht, „dass wir die Fünf-Prozent-Hürde knacken.“ FDP und CDU hätten in Hannover bislang gute Politik gemacht – mit einem Haken: Die Regierung sei mit ihren Erfolgen „nicht genug in Erscheinung getreten“ und habe öffentlich „zu wenig daraus gemacht“ .

Und noch einen Kritikpunkt findet Bertelt – in der Finanzpolitik. Dort sei „noch nicht genug“ unternommen worden. „Wir dürfen nicht immer neue Schulden aufbauen.“ Der Begriff „Nettoneuverschuldung“ ist für ihn ein Unwort des Jahres. Auch wenn weniger neue Schulden gemacht werden, bleiben die alten erhalten. „Wenn wir in allen Bereichen zwei Prozent sparen, haben wir keine neue Verschuldung, sondern können Schulden abbauen.“ Einen Bereich nimmt der verheiratete Vater dreier Kinder davon aus: die Bildung. Gespart werden dürfe „auf keinen Fall zulasten der Kinder Da versündigen wir uns an der geringen Zahl der Jugendlichen, die wir haben. “.

Weniger Bürokratie verursache weniger Kosten, schlägt Bertelt vor. Das entlaste auch den Mittelstand, der „manchmal mit Normen und Verordnungen übersät wird“. Diese „Regelungswut“ müsse auf den Prüfstand.

Mehr Regulierung ist für Bertelt in der Landwirtschaft gefragt: Die Branche stehe vor einem „sehr großen strukturellen Problem: Es gibt sehr viel Tierhaltung und zu wenig Fläche.“ Die Interessen der Menschen, die in der Region leben und ihre Freizeit genießen wollen, stehen für ihn auf einer Stufe mit der Existenzberechtigung der Landwirtschaft. Angesichts der beengten Ressourcen müssten Kompromisse gefunden werden. Man dürfe ein Interesse „nicht auf Kosten der anderen Bereiche galoppieren lassen“ und müsse aufpassen, dass beispielsweise der Maisanbau für die Biogasproduktion „nicht zulasten der Gesellschaft geht“ , sagt Bertelt, der selbst „vom Hof“ stammt und heute landwirtschaftliche Betriebe für eine Versicherung bewertet.

Die Hobbys Fußball, Skifahren, Gedichteschreiben, Auftritte im Karneval und das politische Engagement in Stadtrat und Kreistag unter einen Hut zu bringen ist „alles eine Zeitfrage“.

Bei 40000 Kilometern, die Bertelt im Jahr, beruflich bedingt, im Auto verbringt, können die 130 Kilometer zwischen Damme und Hannover nicht besonders schrecken. „Das ist ja keine Strecke“, sagt er.