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Kommersabend mit 1100 Gästen Don Klaus brillierte: Schatzi, schenk mir ein Foto!

Von Jürgen Krämer


jk Wellingholzhausen. Sie gingen in die Vollen und genossen das Leben in vollen Zügen: Etwa 1100 Gäste haben am Freitag zum offiziellen Auftakt des Wellingholzhausener Schützenfestes einen zünftigen Kommersabend erlebt, der mit einem mehrstündigen Programm voller Lokalkolorit verbunden war.

Besonderer Höhepunkt des Abends, der von der Heimatkapelle musikalisch ausgestaltet wurde: die Verleihung des Zapfenstreichordens an den früheren niedersächsischen Innenminister und heutigen Ehrenbürger der Stadt, Josef Stock, der den Kommersabend jahrzehntelang maßgeblich mitgeprägt hatte. „Du hast diese Auszeichnung wahrlich verdient“, sagte Präsident Heinrich Gröne bei der Übergabe der Auszeichnung an den Ordensträger gerichtet.

Groß war die Zahl der Ehrengäste, die der Präsident zu Beginn des Herrenabends in den Festzelten an Vornholts Busch willkommen hieß – allen voran Erster Kreisrat Stefan Muhle, der ebenso wie sein Vorgänger Reinhold Kassing den Weg zum Schützenfestauftakt in das Beutlingsdorf gefunden hatte. Ein herzliches Willkommen rief auch Conférencier Marc Hehemann den „Freunden der Nacht und der kalten Getränke“ zu – ein Moderator von Format, der mit launigen Worten durch das rund eineinhalbstündige Programm führte.

„Wat givt Nigget in‘t Dourpe?“ Eine Antwort auf diese Frage gaben Thomas Greve, Robert Overbeck, Conrad Vögeding und Thomas Witte. Sie nahmen mit teilweise beißendem Spott Themen wie die „Kommunalwahl“ und das „Ökodorf Wellingholzhausen“ aufs Korn und teilten in bewährter Weise einige Seitenhiebe in Richtung Gesmold aus – zur Freude der Kommersteilnehmer, die den Auftritt mit tosendem Beifall honorierten.

Welche Rolle spielt die Beutlingsmark im Kommunalwahlkampf der CDU im Allgemeinen und beim Wellingholzhausener Schützenfest im Besonderen? Dieser Frage ging die Formation „Bitter & Co.“ (Martin Bitter, Ewald Bitter, Martin Hobelmann, Matthias Möller, Thomas Pfeifer und Klaus Willmann) auf den Grund. Im Gespräch mit dem renommierten Moderator Ulrich Deppendorf (Peter Lemme) informierten Mitglieder des Schattenkabinetts wie der designierte Justizminister Bernd Gieshoidt (Bernhard Schürmann), die potenzielle Chefin des Gesundheitsressorts, Dagmar Hahnhaußen (Udo Pohlmeyer) und Begoña Struß (Gisbert Lumme) als mögliche Kultusministerin über die Ziele ihre zukünftigen Arbeit. Dann folgte der fulminante Auftritt des „Möchtegern-Kanzlers“ Thomas Uhlen, der als „Schirmbecks Praktikant“ mit einem großen Koffer daherkam und plötzlich einige Hundert Exemplare der Beutlingsmark ins Publikum warf. Eine besondere Auszeichnung wurde dann Christian Borgmann zuteil. Er konnte in Würdigung seiner Verdienste um das heimische Schützenwesen den Jungschützenpokal aus der Hand des Präsidenten entgegennehmen.

Zum ganz großen Star des Abends avancierte zu vorgerückter Stunde Pfarrer Klaus Willmann, der zehn Jahre lang im Beutlingsdorf gewirkt und im Sommer 2010 neue Aufgaben als leitender Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft Rütenbrock-Altenberge-Erika-Fehndorf übernommen hatte. Mit Witz und Pfiff berichtete der Träger des Zapfenstreichordens 2010 aus seinem neuen Zuständigkeitsbereich, in dem nicht weniger als sechs Schützenvereine existieren. Ein wahres Dorado für Schützenbruder Don Klaus, der sich rasch mit den Trinkgewohnheiten der emsländischen Grünröcke anfreundete. Denn: „Dort gibt’s im Gegensatz zu Welling nicht nur ausschließlich Bier, sondern Herrengedecke in Form von Pils und Korn.“

In einem humoristischen Rundumschlag ging der Pfarrer auf Besonderheiten des Emslandes ein („Das Emsland kann man nicht verstehen, man muss es aushalten ...“), lobte seinen Nachfolger im Beutlingsdorf („Jörg Ellinger ist der Richtige für die Wellinger) und skizzierte einige von ungezählten Beschwerden, die seine Gemeindeglieder an Bischof Franz-Josef Bode gerichtet hatten. Einer der Vorwürfe: Klaus Willmann habe Witze über Randgruppen gemacht. „Diesem Vorwurf trete ich mit Nachdruck entgegen. Schließlich habe ich Gesmold nicht erfunden“, scherzte der Pfarrer, der sich kurz darauf als echte Stimmungskanone outete und den Hit „Schatzi, schenk mir ein Foto“ anstimmte.

Am Ende des offiziellen Teils traten schließlich Mitglieder des Kegelklubs „Die neun vollen Lindenfäller“ auf die Bühne, die den Kommersabend seit 1996 Jahr für Jahr musikalisch begleitet hatten: Ansgar Schulte, Frank Hölscher, Wolfgang Birke, André Stumpe, Stefan Binder, Thomas Weber, Christian Mestemacher und Hans-Jörg Haferkamp präsentierten zur Feier des Tages eine Auswahl ihrer bekanntesten Hits, um sich danach offiziell von ihrer treuen Fangemeinde zu verabschieden. Dass die Akteure viel Applaus erhielten, verstand sich von selbst.