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Schuppen zerstört Sögelner sauer wegen Randale am Alfsee-Zuleiter

Von Pascal Kofen

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Sögeln. Am Dienstagabend hatte die Tauchergruppe der freiwilligen Feuerwehren Epe und Sögeln einen größeren Taucheinsatz an der Hohen-Haar-Brücke in Sögeln. War es nur eine Übung? „Ja und Nein. Es dient der Übung, hatte aber einen realen und unerfreulichen Hintergrund“, erklärt der Abschnittsleiter Wasserrettung Carsten Bartock.

An einer Brücke über den Zulauf zum Alfsee liegt eine bei gutem Wetter von Jugendlichen zum Feiern gern genutzte idyllische Wiese, und auf einer nahen Weide steht ein alter Melkschuppen. An beiden Plätzen erinnert nicht mehr viel an die Idylle. Das Dach des Schuppens auf der Weide von Landwirtin Heide Rott wurde in den letzten Tagen ein Opfer von Vandalismus. Es wurde großflächig zerstört. Mehr als die Hälfte der Dachziegel wurden heruntergerissen oder heruntergestoßen und sind dabei zu Bruch gegangen. Teilweise wurden sogar die Dachlatten herausgebrochen. „So einen Schaden hatten wir noch nie. Es ist in der Vergangenheit bereits einmal vorgekommen, dass Jugendliche einige Ziegel des Dachs zerstört haben, aber da war der Schaden deutlich kleiner“, klagt Heide Rott. „Damals haben wir von einer Anzeige abgesehen, und die Jugendlichen haben mit ihren Eltern das Dach selbst repariert. Die hatten wenigstens den Mumm, zu uns zu kommen und ihre Tat zu beichten.“

Ortsbürgermeister Gundolf Böselager ist entsetzt über den neuerlichen sinnlosen Gewaltausbruch. „Wer einem anderen mutwillig einen so hohen Schaden verursacht, kann nicht gesund sein. So wie die Lage sich im Moment darstellt, hatte eventuell auch ein Steinkauz seine Brutstätte im Schober. Leider haben wir nur noch ein paar Federn gefunden. Das wäre ein Drama. Es ist – oder war – der einzige festgestellte Steinkauz in Sögeln.“

Entdeckt wurde die Tat durch einen aufmerksamen Spaziergänger, der im herumliegenden Müll die Glut eines nächtlichen Lagerfeuers entdeckte und löschte. Nächtliche Besucher hatten ein Feuer nicht vollständig gelöscht. „Das hätte ins Auge gehen können“, sagt der Ortsbürgermeister, der durch den Spaziergänger informiert wurde. „Wir haben dann mal nach dem Rechten gesehen und ein wahres Chaos vorgefunden“.

Der Ortsbürgermeister hat den umherliegenden Müll entfernen lassen. „Wenn ich daran denke was das jedes Mal kostet, ärgere ich mich. Wir könnten das Geld für Sinnvolleres ausgeben.“ Während der Säuberung ist aufgefallen, dass eine Sicherungsbake, die vor einem defekten Geländer an der Brücke warnen sollte, fehlt. Diverse Schilder in der unmittelbaren Umgebung waren auch verschwunden. Außerdem stellte ein Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasser-, Küsten- und Naturschutz fest, dass bei einer gepflasterten Anlegestelle Teile der Pflasterung entfernt und in den Zulauf geworfen wurden.

„Wir haben immer wieder mal Probleme damit, dass einige Jugendliche die hier feiern, ihre Grenzen nicht kennen, aber jetzt ist das Maß voll. Alle Geschädigten werden ihre Schäden zur Anzeige bringen. Wenn die Verursacher sich nicht freiwillig stellen, sondern ermittelt werden, wird es teuer“, bringt Ortsbürgermeister Böselager seinen Unmut zum Ausdruck. Die Bake wurde am Dienstag gefunden. Der Ortsbürgermeister hatte die Tauchergruppe der Freiwilligen Feuerwehren Epe und Sögeln um Unterstützung gebeten, um die vermissten Materialien im Zulauf zu suchen. Vier Taucher, zwei Schnorchler und 15 Mann Unterstützungspersonal haben neben der Bake auch einen ganzen Haufen weiteren Müll aus dem Zulauf gezogen. Neben selbst gebastelten Fischernetzen und Elektronikschrott waren es oft leere Flaschen, die im Wasser gefunden wurden.

„Das mit dem Müll ist ärgerlich wegen der Kosten, lässt sich aber schnell regeln, und man könnte da auch ein Auge zudrücken, aber die anderen Zerstörungen sind nicht so schnell rückgängig zu machen, und über die Kosten sind sich die Verursacher, glaube ich, nicht wirklich im Klaren. Hier wird es Zeit, dass wir Wege finden, erzieherisch einzuwirken. Dazu muss sich der Ortsrat Gedanken machen“, sagte Gundolf Böselager abschließend. Um 22 Uhr rückten Feuerwehr, Polizei, Schaulustige und Ortsratsmitglieder wieder ab. Zurück blieb der Müll aus dem Zulauf, der erst am Morgen abgeholt wurde, und die Stille – jedenfalls bis zur nächsten Party.


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