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Bewährtes Konzept mit fünf Routen Neue Osnabrücker Theatersaison mit „Spieltriebe-Festival“ gestartet

Der neue Osnabrücker Intendant Ralf Waldschmidt startet mutig in seine erste Spielzeit: Mit der modernen Adaption der Troja-Dramen des Euripides „Tod einer Hündin“ begann am Freitag das „Spieltriebe-Festival“. Foto: LandsbergDer neue Osnabrücker Intendant Ralf Waldschmidt startet mutig in seine erste Spielzeit: Mit der modernen Adaption der Troja-Dramen des Euripides „Tod einer Hündin“ begann am Freitag das „Spieltriebe-Festival“. Foto: Landsberg

Die Terroranschläge vom 11. September und daraus resultierende Fragen zu Krieg und Frieden, außerdem 2000 Jahre Theatergeschichte: Der neue Osnabrücker Intendant Ralf Waldschmidt startet mutig in seine erste Spielzeit. Mit der modernen Adaption der Troja-Dramen des Euripides „Tod einer Hündin“ hat am Freitagabend das „Spieltriebe-Festival“ unter dem Titel „Entsichert“ im Großen Haus am Domhof begonnen.

Von da aus bringen Busse und ein historischer Zug der Dampflokfreunde die Gäste zu den 13 weiteren Produktionen im Stadtgebiet, von der Limbergkaserne über den Piesberg bis zur Gertrudenkirche.

Das erprobte Spieltriebe-Konzept kommt auch in diesem Jahr zum Einsatz: Das Publikum schaut fünf Programme auf fünf Routen – ein Gemeinschaftserlebnis teilen aber alle. Der Abend beginnt und endet mit einer gemeinsamen Inszenierung im Großen Haus. In diesem Jahr hat der Regisseur Alexander May dafür Euripides’ Troja-Dramen zu dem Projekt „Tod einer Hündin“ kompiliert.

Im Zentrum steht Trojas Königin Hekabe. Nach dem Krieg hat sie alles verloren: Status, Stadt und ihre Kinder. Was kommt nach dem grauenhaften Morden? Rache, Gier und noch mehr Morde. May montiert Textpassagen aus Dea Lohers „Land ohne Worte“ in den antiken Text und fächert sein Thema multimedial auf: Über der Bühne schlägt eine Videoinstallation von Thomas Limpinsel den Bogen zu den Kriegen der Gegenwart.

Und der Komponist Sidney Corbett gibt einem der toten Kinder eine postume Stimme in Gestalt des Konzertmeisters Michal Majersky und seiner Geige. Corbetts Musik beschließt auch die Inszenierung: Während des Festivals wird am Ende des Dramas ein Stück für Sopran und Violinen aufgeführt. 

Unsere Überlebenshilfe für die Festivaltage:

Früh da sein! Die Vorstellung beginnt am Samstag um 17 Uhr, am Sonntag um 16 Uhr. Gespielt wird schon 20 Minuten vorher auf dem Vorplatz.

Wetterfest anziehen! Beim Festival gilt Zweckmäßigkeit vor Eleganz. Es kann frisch werden, und die Spielorte fordern auch ihren Tribut: Im Schießkino am Limberg gibt es statt der Bestuhlung nur Sandsäcke. Also kein Ort für Seidenkleider.

Computer anmachen! Die Kreativen bloggen selbst: Was immer auf dem Festival passiert – im Internet wird es kommentiert – unter www.spieltriebe-osnabrueck.de.

Nicht aufgeben! Selbst wenn die Lieblingsroute ausgebucht ist – womöglich klappt es auf einer anderen. Tickets im Kassen-Container am Theater oder unter 05 41/ 7 60 00 76. Tageskarte für eine Route 32 Euro, erm. 18 Euro.


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