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„Herzliche Menschen“ Mira Sefen aus Engter geht zum zweiten Mal nach Südafrika

Von Holger Schulze

<em>Koffer gepackt,</em> Reiseführer besorgt: Mira Sefen vor dem Freiwilligenjahr in Südafrika. Foto: Holger SchulzeKoffer gepackt, Reiseführer besorgt: Mira Sefen vor dem Freiwilligenjahr in Südafrika. Foto: Holger Schulze

Engter. Die drei Töchter der Familie Sefen in Engter sind allesamt auslandsfreudig. Am Freitag nun wird Mira Sefen, die mittlere, wieder ins Flugzeug steigen, um für ein Jahr in Südafrika einen Freiwilligendienst zu übernehmen. Kapstadt ist das Ziel, konkret die Township „Mfuleni“

Mit einem frischen Abitur in der Tasche hat sich Mira Sefen eine Einrichtung des evangelisch-lutherischen Missionswerkes für ihren Dienst ausgesucht. In einem Jugendbegegnungszentrum wird sie bis August 2013 im Einsatz sein.

Kofferpacken steht wie gesagt bei den Sefens fast schon auf der Tagesordnung. Die älteste Schwester von Mira war während ihrer Schulzeit ein Jahr lang in den Vereinigten Staaten und studiert nun in Polen. Die Jüngste der drei Töchter kam gerade von einem Auslandsjahr, ebenfalls in den USA, zurück.

Und für Mira Sefen wird es jetzt der zweite Aufenthalt in Südafrika. Nach der zehnten Klasse besuchte die jetzt ehemalige Greselianerin für ein Jahr lang eine Schule in Kapstadt.

„Auf der einen Seite freuen wir uns über das Interesse der Kinder, andere Kulturen kennenzulernen und dadurch auch zum Verständnis der Kulturen untereinander beitragen zu können. Andererseits ist man auch immer ein bisschen besorgt, ob es den Kindern in der Fremde gut geht.“ Dies sind die beiden Pole, zwischen denen die Gedanken von Elke Sefen die Ausflüge ihrer umherschweifenden Töchter begleiteten.

Mira Sefen selbst sieht ihre Situation ganz gelassen. „Herzliche, offene Menschen und ein ganz anderes Lebensgefühl“ hat sie bei ihrem ersten Aufenthalt in Südafrika kennengelernt. „An jeder Ecke gibt es Musik, als Gegensatz zur durchaus auch vorhandenen Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit.“

Dem ein wenig entgegenzuwirken wird Bestandteil ihrer Aufgabe sein. Das Jugendzentrum, für das sich Mira Sefen entschieden hat, bietet den Kindern und Jugendlichen eine Alternative zum Leben auf der Straße. Nach der Schule werden dort Möglichkeiten für kreative Betätigungen vorgehalten.

„Es gibt Tanzprojekte; Sport, Musik und Nachhilfeunterricht“, hat Mira Sefen bereits in Erfahrung gebracht. Wo genau sie sich einbringen wird, das entscheidet sich vor Ort. Ziemlich sicher ist jedoch schon, dass sie ein bereits existierendes Bastelprojekt weiterführen wird. „Die Menschen in Südafrika urteilen nicht so schnell, sondern man nimmt den anderen so, wie er ist, oder lässt es. Getuschel hinter dem Rücken gibt es aber eigentlich nicht“, ist eine weitere Erfahrung aus dem letzten Auslandsjahr, die Mira Sefen mitnehmen konnte. Mit gewissen Distanzlosigkeiten, die es auch gibt, hat sie umzugehen gelernt, sodass sie unbeschwert die Reise antreten kann. Kenntnisse in der Landessprache „xhosa“, die Mira Sefen bereits besitzt oder aber mittels Sprachführer im Gepäck abrufen kann, helfen ebenfalls weiter.

Neben der Mitarbeit im Jugendbegegnungszentrum steht das Wiedersehen mit Freunden und Bekannten auf dem Reiseplan. Während des ihr zustehenden Urlaubs wird Mira Sefen zu Erkundungen des Landes aufbrechen. Dabei helfen die Kontakte zu den insgesamt 21 deutschen Freiwilligen, die sich etwa zeitgleich in Südafrika aufhalten. Somit ist für Anlaufpunkte schon einmal gesorgt.

Der gesamte Aufenthalt wird von „weltwärts“, dem Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, organisiert und begleitet. Wen es mit dieser Unterstützung weltwärts zieht, der wird gebeten, einen Anteil an den entstehenden Kosten über einen selbst einzurichtenden Förderkreis in Form von Spenden einzuwerben. Bei Mira Sefen haben sich, neben der Familie und Freunden, das Autohaus Renzenbrink, die Fahrschule Kolhosser, die Kirchengemeinde Engter sowie die VGH-Versicherung als Sponsoren beteiligt.