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Schnapsidee im 25. Jahr „Im Tal der Suppen“: Theatergruppe Kuddel-Muddel löst in Sögeln mit Premiere große Heiterkeit aus“

Von Holger Schulze

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Sögeln. Was 1987 „als Schnapsidee am Tresen“ seinen Anfang nahm, wie Otto Wrocklage im schwarzen Zylinder und rotem Schal bei der Begrüßung das Publikum wissen ließ, brachte am Samstagabend die 25. Premiere auf die Bühne im Sögelner Gasthof an der Alten Riester Straße. Das Kuddel-Muddel-Theater präsentierte den Dreiakter „Das Tal der Suppen“.

Ein volles Haus, reichlich Gelächter und herzlicher Schlussapplaus belohnten die Akteure für den Auftritt. Zwei Probenabende pro Woche seit Januar hatten ein Stück entstehen lassen, das die Souffleuse arbeitslos sein ließ, das Publikum in konstante Heiterkeit versetzte und den schauspielerischen Talenten zahllose Gelegenheit bot, sich auf offener Bühne auszutoben.

Die Geschichte selbst dreht sich im übertragenen Sinne um die Konkurrenz zwischen Gartenzwerg und Aphrodite, um Dorfkrug und Taverne, um viel Suppe und etwas Schnaps und all dies gewürzt mit Paradiesgefühlen auf Erden, einer jungen Liebe zwischen alten Menschen, ein paar Verwechslungen sowie der Einsicht, dass es gemeinsam am besten gelingt.

Damit „Das Tal der Suppen“ so richtig mundet, hatte Autor Dirk Salzbrunn zwei Haupthandlungsstränge zusammengemischt. Einmal lieferten sich die Betreiber von zwei vollkommen unterschiedlich konzipierten Lokalitäten einen herzhaften Wettstreit um die goldene Suppenkelle nebst weiterem Stern und einer Geldprämie.

Daneben fand sich ein betagtes Pärchen im zweiten Frühling wieder, behindert durch die jetzt zu Erziehungsberechtigten mutierte Nachkommenschaft, deshalb zur Heimlichkeit verdammt und dennoch so erfrischend romantisch mit Liebesbrief und Baumherz.

Für die Garnitur der Geschichte sorgten ein als Testesser verkannter Penner sowie eine echte Testesserin, deren Geschmacksnerven sich allerdings überwiegend auf den jungen, südländischen Koch der Taverne konzentrierten.

Was diesen Eintopf des Autors allerdings zum Menü werden ließ, das waren eindeutig die Leistungen der Schauspieler. Ein Genuss, wie da Christian Richter als Tavernenkoch Muck-Muck über zweieinhalb Stunden hinweg den Akzent eines Italieners mit griechischem Erbgut durchzog. Ebenso dialektbegabt Heiner Beinke. Als berlinernder Penner Konrad und irrtümlich für den Testesser gehalten, ließ er sich nicht lange bitten und probierte sich durch sämtliche kulinarische Angebote der um ihn herumschleimenden Gastronomen.

Mit viel Augenaufschlag, zitternden Knien, Gurren und Turteln sowie dezenten Zärtlichkeiten führten Petra Strunk-Baumgart und Bernhard Tripp als Oma Marie und Strohmer-Opa ihr Liebesspiel auf. Zwischen Genervtheit angesichts der provinziellen Lokalitäten und einer erfolglosen Anbiederung an das junge Fleisch von Muck-Muck hatte sich Gaby Meyer in ihrer Rolle als Testesserin zu bewegen. Dies gelang ihr ebenso unterhaltsam wie die Premiere als Darstellerin von Marion Cremer, die bislang bei Kuddel-Muddel im Hintergrund mitgewirkt hatte. Sie und Anja Klück als Dorfkrugwirtsgattin ließen in der verbalen Auseinandersetzung um den Ehewunsch des frisch verliebten Seniorenpaares derart die Fetzen fliegen, dass fast so viel Rauch in der Hütte aufkam wie von der Zigarre davor, die sich Konrad zum Cognac gönnen durfte.

Und schließlich Hartmut Becker. Ob in Kochmütze über Suppenkreationen sinnierend, ob als unter dem Pantoffel seiner Frau stehender „Möchtegern-Mann-im-Haus“ oder als selbst definierter strammer Max beim Anblick der Testesserin, stets repräsentierte er überzeugend die traditionsverhaftete Biederkeit eines gutbürgerlichen Erwärmers von Bohneneintopfkonserven.

Das Tal der Suppen kann erneut an folgenden Terminen goutiert werden: Am Freitag, 4., Samstag, 5., und Samstag 12. Mai, spielt Kuddel-Muddel ab 20 Uhr, am Sonntag, 6. Mai, bereits um 16 Uhr nochmals im Gasthof Wrocklage.

Danach wird die Küche ins Kino Universum nach Bramsche verlegt, um dort am Montag, 14., Dienstag 15., und Mittwoch, 16. Mai, stets ab 20 Uhr, die Lustspielsuppe heiß zu servieren.

Karten sind erhältlich bei Brillen-Henkel in Bramsche, bei der Tankstelle Solinsky in Rieste sowie in Engter im Kosmetikstudio Rosy Strubbe.


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