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Unter den Top Ten in Deutschland Dritter Stern für das Osnabrücker „La Vie“: Bühner kocht sich an die Weltspitze

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Thayarni Kanagaratnam und Thomas Bühner freuen sich über den dritten Stern für das "La Vie" in Osnabrück Foto: Michael HehmannThayarni Kanagaratnam und Thomas Bühner freuen sich über den dritten Stern für das "La Vie" in Osnabrück Foto: Michael Hehmann

Osnabrück. Die deutsche Top-Gastronomie ist um einen neuen Drei-Sterne-Koch und zehn Zwei-Sterne-Restaurants reicher. Thomas Bühner vom Restaurant „La Vie“ in Osnabrück wurde im Restaurantführer „Michelin“ in die Riege der weltbesten Köche aufgenommen. Der 49-Jährige ist neben Sven Elverfeld vom Wolfsburger „Aqua“ jetzt der zweite Drei-Sterne-Koch in Niedersachsen.

Norddeutschland schnitt in dem wichtigsten Restaurantführer mit dem Aufstieg Bühners und je zwei Zwei-Sterne-Häusern in Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein besonders gut ab. In Berlin sind es „Lorenz Adlon“ und „Reinstoff“, in Hamburg „Haerlin“ und „Jacobs“, in Schleswig-Holstein „Buddenbrooks“ (Travemüde) und „La Mer“ (List). Dazu kommen in Bayern „Schwingshackl Esskultur“ (Bernried) und „Kastell“ (Wernberg-Köblitz) und in Nordrhein-Westfalen „Rosin“ (Dorsten) und „La Vision“ (Köln).

„Wir haben eine goldene Generation von jungen Köchen mit Top-Ausbildung, die ehrgeizige Ziele verfolgen“, sagte der Chefredakteur der roten Gourmet-Bibel, Ralf Flinkenflügel. „Viele haben eine eigene Handschrift entwickelt, kochen sehr technisch, ohne aber den Geschmack oder die Harmonie ihrer Gerichte zu vernachlässigen.“ Die Zahl der Sterne-Restaurants stieg insgesamt von 237 auf 249.

Im Trend der Spitzenköche liegen modernisierte regionale Rezepte und die nordische Küche. „Dabei wird Gemüse mehr und mehr in Szene und geschickter eingesetzt“, urteilt Flinkenflügel. Das gilt auch für Bühner in Osnabrück, der auf seinen Tellern bis zu 20 einzeln bearbeitete Zutaten raffiniert zusammensetzt und zur Aromaverstärkung neue Techniken wie einen Vakuumverdampfer nutzt. „Ich bin sehr stolz auf das Team und auf das, was wir gemeinsam erreicht haben“, sagte Bühner. Die Auszeichnung bedeute „eine „Menge Verantwortung, denn die Erwartungen sind jetzt entsprechend hoch“. Bühners Mobiltelefon stand gestern kaum still. Unter den vielen Gratulanten war auch „La Vie“-Inhaber und RWE-Chef Jürgen Großmann, der sich zurzeit in Fernost aufhält.

Vom Glanz der drei Michelin-Sterne fällt auch ein wenig auf die Stadt Osnabrück. Marketingchef Oliver Mix sagte, das „La Vie“ werde für Gourmettouristen aus aller Welt noch interessanter. Mix: „Für die Region ist das ein unglaublicher Gewinn.“

Es gibt auch Verlierer: Dem 42 Jahre alten Nils Henkel in Bergisch Gladbach wurde der dritte Stern aberkannt. Der Nachfolger von Altmeister Dieter Müller im „Schlosshotel Lerbach“ nennt sich „Gourmet-Architekt“. Doch konnte sein neues Konzept „Pure nature“ mit kreativ angerichteten Naturprodukten die Tester nicht voll überzeugen. Bei „Michelin“ finden vor wichtigen Auf- oder Abstufungen mehrere Testessen mit deutschen und internationalen Inspektoren statt. Insgesamt 13 Sterne wurden im Michelin gestrichen – manche, weil die Restaurants schlossen, andere wegen gesunkener Leistung.


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