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453 Teller machten Angst Superintendent beim Geburtstagsfrühstück in Rabber

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Rabber. Wenn ein Frauenfrühstück mit den Begrüßungsworten „Meine Damen, mein Herr“ startet, lässt das auf einen besonderen Termin schließen. Stimmt. In der Runde im Gemeindehaus Rabber stellte sich am Mittwoch Superintendent Hans Hentschel vor – und gestaltete vor Ort ein Erinnerungsgeschenk.

„Wir sind richtig stolz darauf, dass es das Frauenfrühstück seit nunmehr zehn Jahren gibt“, machte Pastorin Monika Stallmann deutlich. An den Superintendenten, der seit dem 1. Januar an der Spitze des um die acht Kirchengemeinden des Altkreises Wittlage erweiterten Kirchenkreises Bramsche steht, gewandt, fügte sie hinzu: „Wie wir in Rabber sind, haben wir gleich zugegriffen, als das Besuchsangebot vorlag. So können Sie gleich 50 Frauen auf einmal kennenlernen.“

Die wiederum sahen, dass der Gast aus Bramsche mit einer Staffelei in den Saal kam. Die kam aber erst im Verlauf des Vormittags zum Einsatz. Der Superintendent ging, nachdem sich alle am Frühstücksbuffet gestärkt hatten, auf den runden Geburtstag ein. Hentschel bezeichnete die Zehn als eine beachtliche Zahl. Kinder fühlten sich in diesem Alter schon fast erwachsen – und wichtig. Geburtstage mit der Null würden das ganze Leben lang besonders gefeiert. Der Zehn als Erster der Reihe komme somit durchaus eine besondere Bedeutung zu.

Selbstverständlich kam in Rabber der gerade gefeierte Hochzeitsgottesdienst zur Sprache. Als er die 453 eingedeckten Teller im Gasthaus Beinker gesehen habe, sei ihm um kurz nach 8 Uhr das Herz in die Hose gerutscht. Er habe sich gefragt, ob es nicht besser wäre, Tische herauszunehmen. Um 9.45 Uhr kamen die ersten Besucher, um 10.15 Uhr war der Saal voll – und es war noch keiner der sechs Busse da. Um 10.50 Uhr stand vor dem Saaleingang eine Riesenschlange. Da habe er Gott gedankt, dass es nicht stärker regnete. Er gelte zwar in der Regel als jemand, der in Krisensituationen einen klaren Kopf behalte, so Hentschel, aber seine Frau habe am Sonntag treffend gesagt: „Da siehst du ganz schön alt aus.“

Letztlich wurde mit 700 Leuten im Saal der Gottesdienst begonnen. Ein Bus fuhr nach Lintorf und feierte im Gemeindehaus. Die Mehrheit dort bildeten Teilnehmer aus Bad Essen, Lintorf und Barkhausen-Rabber – Kirchengemeinden, die zukünftig enger zusammenarbeiten werden. Und das funktionierte, auch wenn es nicht ganz ohne Frust abging.

An diejenigen gewandt, die vor dem vollen Saal kapituliert hatten und direkt nach Hause gefahren waren, meinte der Gast aus Bramsche: „Ich kann nur sagen, dass mir das wirklich leidtut. Da nimmt man sich vor, zur Kirche zu gehen, und kommt nicht rein.“ Und weiter: „Ist das nicht toll, dass wir in der Kirche von den Menschen in dieser Form überrascht werden können?“

Deutlich wurde, dass die Christen aus dem Altkreis Wittlage großen Anteil daran hatten, dass es so eng wurde. Pastorin Stallmann: „Mit dem vollen Saal hatte ich gerechnet, aber so überwältigend die Resonanz nicht eingeschätzt.“ Das und die Tatsache, dass 928 von 1000 gefertigten Kirchenkreis-Pins am Sonntag ausgegeben wurden, kommentierte sie so: „Da sehen Sie mal, in welch begeisterungsfähigem Kirchenkreis Sie gelandet sind.“

Wie sich Farbflächen mit Unterstützung eines Konturenstiftes zu einem Bild der Heiligen Drei Könige verwandeln, zeigte Hentschel zum Schluss. Und er ließ sich davon überzeugen, dass dieses Werk keinesfalls in den Papierkorb kommen dürfte, sondern eine Erinnerung an das Frühstücksjubiläum darstellt. Parallel zu den Fortschritten der Darstellung erzählte der Maler die Geschichte von Gunnar, Maria, Sebastian und Hanke, drei katholischen und einem evangelischen Kind, und dem Sternsingen, das Kindern in Not hilft. Diese Aktion der katholischen Kirche helfe, Mädchen und Jungen zu erklären, wir gut es ihnen geht, und dass diejenigen, die etwas abgeben, Geschenke für Arme in die Welt bringen – wie die Heiligen Drei Könige. Das Fazit: „Gute Taten, die wir tun, sind nicht evangelisch oder katholisch...“


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