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Auf neuen Ausbildungswegen Nortrup: Delkeskamp startet Projekt „Azubi Plus“



Nortrup. Die „Generation Y“ sei anders. Sie sei internettechnisch versiert, sie stelle Hierarchien infrage, sie habe hohe Ansprüche. Ute Schlötke weiß das nur zu genau. Sie ist Personalleiterin bei Delkeskamp. 25 der 605 Mitarbeiter des Verpackungswerkes sind Auszubildende. Um sie noch besser und vor allem ihren Bedürfnissen gemäß zu fördern, hat das Unternehmen mit dem Personalentwickler Normen Ulbrich „Azubi Plus – Projekt Zukunft“ gestartet. Delkeskamp geht damit neue Ausbildungswege.

Als Ort für die Präsentation des neuen Projektes haben sich die Verantwortlichen das kleine Fachwerkhaus im Schatten der Delkeskamp-Zentrale ausgesucht. Fast 100 Stühle stehen dort vor einer Leinwand aufgereiht. Links und rechts daneben hängen große Plakate, die vier Auszubildende von Delkeskamp mit Boxhandschuhen zeigen. „Mit Durchschlagskraft zum Erfolg“, ist über den Köpfen der jungen Leute zu lesen. Auf der linken Seite steht zudem ein Rednerpult. Stefan Delkeskamp wird dort gleich seinen Platz einnehmen. Er wird Politiker aus der Region begrüßen, Lehrer und natürlich die Lehrlinge. Sie hören wenige Minuten später aus dem Munde des Firmenchefs, wie wichtig es sei, auf den demografischen Wandel zu reagieren, der über kurz oder lang einen Mangel an Auszubildenden zur Folge haben werde und einen Mangel an Fachkräften nach sich ziehe. Dass es also für ein Unternehmen wie Delkeskamp auch darum gehe, einerseits künftig auch mehr Frauen für technische Berufe zu beigeistern und die Generation 55 plus adäquat einzubinden. Andererseits aber dem potenziellen Nachwuchs mehr als reine Ausbildungspläne zu bieten.

Damit spielt Stefan Delkeskamp zugleich den Ball in dieser „Kick-off-Veranstaltung“ an Personalleiterin Ute Schlötke weiter. Die tritt mit einem strahlenden Lächeln an das Rednerpult, charakterisiert kurz die Generation Y und erläutert, dass es bei Delkeskamp natürlich auch schon bisher über die Ausbildungspläne hinaus Projekte und Aktionen für die Auszubildenden gegeben habe. Aber all das sei nun in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen „Imnu Personalentwicklung“ in eine neue, konzeptionelle Form gegossen und weiter ausgebaut worden.

Was das genau heißt? Die Antwort von Ute Schlötke lässt nicht auf sich warten. Die Auszubildenden lernen bei Delkeskamp künftig beispielsweise auch Präsentationstechniken für Vorträge. Sie erfahren, wie sie sich besser selbst managen können, sie erhalten Erfolgsrezepte für funktionierende Teams, üben Kreativitätstechniken ein und trainieren das Management von Projekten.

Das alles geschieht aber keineswegs in Form von Unterrichtsstunden, in denen vorne ein Dozent steht und davor die Auszubildenden sitzen, um sich das Ganze anhören. Diese Art der Wissensvermittlung werde es bei Delkeskamp so kaum geben. Es gehe vielmehr um „handlungsorientiertes Lernen“, wie Normen Ulbrich von der „Imnu Personalentwicklung“ später im Gespräch betont und wie auch Ute Schlötke am Rednerpult klarmacht. Die Auszubildenden werden von Anfang an praktisch tätig sein, auf diese Weise lernen und durch regelmäßiges Wiederholen ihre Kenntnisse vertiefen sowie ihre Erfahrungen ausweiten. Anders formuliert: Die Auszubildenden werden im Sinne nachhaltigen Lernens Projekte für die Firma umsetzen und so eigene Akzente setzen.

Damit nicht genug: Weiterhin sollen die jungen Leute auch moderne Kommunikationstechniken einsetzen – vom Beamer über Laptop bis zum Smartphone. Aber das ist für „Generation Y“ ohnehin selbstverständlich und gewünscht. Schließlich wird Delkeskamp den älteren Auszubildenden die Gelegenheit geben, die jüngeren Jahrgänge zu unterstützten und zu trainieren – ebenfalls eine Form des zeitgemäßen Lernens, wie die Verantwortlichen finden.

Das „Projekt Zukunft“ wird sich über die ganze Zeit der Ausbildung erstrecken. Begleitet wird es von Normen Ulbrich als Trainer, natürlich auch von Ute Schlötke.

Da einem „Kick-off“ stets der erste Spielzug folgt, geht es auch bei Delkeskamp gleich mit dem ersten Projekt los. Die Auszubildenden werden einen „Tag der Ausbildung“ entwickeln und gestalten. Außerdem sollen die jungen Leute eine Facebook-Seite für das Unternehmen entwickeln.

Nachdem Ute Schlötke all das gesagt hat und es keine weiteren Fragen mehr gibt, begeben sich Gäste und Gastgeber zu den Kaffeetischen, reden über das Gehörte und vertiefen ihre Gedanken zur Zukunft der Ausbildung, die zugleich über die Zukunft der Gesellschaft entscheidet.


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