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Mit Puppen bemannt Größter Modellsegler der Welt in Melle - Oldtimer kreisten über Krukum

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Riemsloh. Außergewöhnliche Gäste fanden sich am Wochenende auf dem Modellflugplatz in Krukum ein. Etwa 20 Nachbauten alter Segelflugzeuge starteten meist mehrfach im Schlepptau von Modell-Motorflugzeugen auf der 115 Meter langen Startbahn. Darunter war auch der größte Modell-Segelflieger der Welt.

Mit ihren 15 Metern Spannbreite ist die „Austria“ als größtes Segelflugzeug-Modell im Guinness-Buch der Rekorde offiziell verzeichnet. Der Konstrukteur und „Pilot“ des Nachbaus des legendären Seglers aus den Dreißigerjahren ist Markus Frey. Für den Schweizer Modellbauer war es keine Frage, die weite Reise nach Krukum zum Oldtimer-Seglertreffen der Interessengemeinschaft Segelflug (OSIG) anzutreten. Denn der prominente Modellbauer Frey gehört selbst zu den 95 Mitgliedern des gastgebenden Krukumer Modellsportvereins Melle (MSV).

Die Verbindung des „Eidgenossen“ zu den Meller Modellbauern begann bei einem Modellfliegertreffen auf der Wasserkuppe in der Rhön. Dort wurde seine im Maßstab 1:2 nachgebaute Austria von der 18,5-PS-Maschine des MSV-Mitglieds Rainer Büttke hochgezogen.

Bei anschließenden Besuchen in Melle-Krukum entstanden weitere Freundschaften, die regelmäßig gepflegt werden. „Gemeinschaft spielt bei uns eine große Rolle, wir sind immer auf gegenseitige Hilfe und funktionierendes Teamwork angewiesen“, erklärte der MSV-Vorsitzende Thomas Große.

Am Samstag und Sonntag war Rainer Büttkes Schleppmaschine „Swiss Trainer“ mit ihren 170 ccm im Dauereinsatz, lediglich während der feuchten Witterungsabschnitte am Samstag gab es einige Zwangspausen. Im Schlepptau hatte sie teils historische Flieger wie den Kunstflugsegler „Habicht“ aus den Dreißigerjahren, den „Minimoa“ mit alter Möwenknick-Optik oder den ungarischen „Nemere“ von 1935. Der 20,6 kg schwere Motorflieger hatte kaum Mühe, auch den 75 Kilo schweren Segler „Austria“ am 30 Meter langen Seil in bis zu 300 Meter Höhe zu bringen.

Fast alle Modell-Flugzeuge waren mit Puppen „bemannt“, die nicht nur zufällig große Ähnlichkeiten mit ihren ehemaligen Piloten aufwiesen. So kam auch der österreichische Pilot Robert Kronfeld, der erstmals mit der „Wien“ 1929 einen 100 Kilometer langen Strecken-Segelflug im Aufwind des Teutoburger Waldes absolvierte, als Puppe zurück in die Region seines unvergesslichen damaligen Rekords. Die „Wien“ hatte Markus Frey ebenfalls als voll funktionierenden 1:2-Nachbau mit nach Melle gebracht.

Bei allen präsentierten segelnden Oldtimern handelte es sich um selbst konstruierte Einzelstücke komplett aus Holz. Da auch die originalen Werkstoffe verwendet werden, sind die Flieger bei nasser Witterung besonders anfällig.

„In der Regel bauen wir 12 bis 24 Monate an unseren Modellen“, meinte Thomas Große. Bei dem Treffen hatte neben der praktischen Fliegerei auch der intensive fachliche Austausch einen hohen Stellenwert. Unter anderen informierte Piotr Piechowski die Gäste aus den Niederlanden, der Schweiz und ganz Norddeutschland über das Finden geeigneter Thermik mit dem modernisierten und optimierten Variometer.

Im MSV werden, wenn er nicht gerade das Segler-Oldtimer-Treffen ausrichtet, neben dem Schwerpunkt Segler auch alle anderen motorisierten Fluggeräte geflogen.


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