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Samtgemeinde Neuenkirchen stellt neue Atemschutz-Pflegestelle vor Wie eine gute Lebensversicherung

Von Christian Geers

cg Neuenkirchen/Merzen/Voltlage. Feuerwehren sind eine gute Lebensversicherung für die Menschen. Aber auch Lebensretter brauchen eine gute Lebensversicherung. Keine Police, sondern eine fundierte Ausbildung und eine gute Ausrüstung. Dazu gehört auch eine Atemschutz-Pflegestelle.

Wenn’s brennt, muss es schnell gehen. Meist schon im Einsatzwagen schultern Feuerwehrmänner Luftflaschen und Atemschutzmasken, wenn sie sich Bränden nähern. Die Geräte sind unverzichtbar, wenn Flammen züngeln und giftigen Rauch und Qualm erzeugen.

Ob nun ein Papierkorb brennt, ein Carport aus Holz oder gar ein Industriebetrieb mit brennbaren Stoffen. Brandgefährlich sind solche Situationen, dann müssen Atemmasken absolut dicht sein und Lungenautomaten störungsfrei funktionieren.

Deshalb werden Masken und Lungenautomaten der Feuerwehren regelmäßig kontrolliert. Das geschah bislang in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Bersenbrück. Die wird auch weiterhin ein kritisches Auge auf diese Gerätschaften haben und sie in regelmäßigen Abständen überprüfen. Reinigung und Wartung nach Einsätzen werden jetzt aber künftig vor Ort in neuen Atemschutz-Pflegestellen übernommen.

Für die drei Feuerwehren in der Samtgemeinde Neuenkirchen ist diese Pflegestelle im Neuenkirchener Feuerwehrhaus untergebracht. Die hat im Oktober ihren Betrieb aufgenommen, offiziell vorgestellt hat sie die Samtgemeinde jetzt mit einer kleinen Feierstunde.

Berno Vorndieke, Ulrich Vogeding und Hubert Westerfeld, drei Mitglieder der Feuerwehr Neuenkirchen, werden sich der Atemgeräte annehmen. Für Pflege, Wartung und Hygiene gibt es präzise Vorschriften, auf die sind die drei Wehrmänner in Schulungen vorbereitet worden.

Was in den beiden Räumen im Feuerwehrhaus in der Von-Galen-Straße geschieht, erläuterte Berno Vorndieke, Leiter der Atemschutz-Pflegestelle. In Waschbecken werden die Atemschutzmasken zunächst gewaschen, desinfiziert und schließlich getrocknet, bevor sie über den Plastikkopf eines computergesteuerten Prüfgerätes gestülpt werden. Auf diese Weise werden alle Masken und Lungenautomaten unter Druck auf Dichtigkeit und Funktionsfähigkeit geprüft.

„Jede Maske ist mit einem Strichcode versehen und ist damit unverwechselbar“, erklärt Vorndieke. Das Ergebnis der Messung wird als elektronisches Prüfprotokoll gespeichert, und kann nicht nachträglich verändert werden. Ist eine Maske undicht, forschen die Atemschutzwarte nach den Ursachen. Finden sie die undichten Stellen nicht, wird die Maske ausrangiert.

Funktionstüchtige Atemmasken werden abschließend in Klarsichtfolie eingeschweißt und im Raum nebenan gelagert. Dort geben die drei Feuerwehren nach Einsätzen oder Übungen benutzte Masken ab und versorgen sich – im Tauschverfahren – mit neuen, um für den nächsten Einsatz gerüstet zu sein. Einige Zahlen: Die drei Feuerwehren besitzen17 Atemschutzgeräte, 32 Lungenautomaten und 47 Atemschutzmasken.

Neuenkirchens Samtgemeindebürgermeister Martin Brinkmann stellte die neue „Wirkungsstätte“ der Feuerwehr vor. Die Pflegestelle sei zweckmäßig, zukunftsorientiert und zum Nutzen der Wehren in Merzen, Neuenkirchen und Voltlage. Die Wege verkürzten sich, Service und Qualität blieben erhalten.

Gemeindebrandmeister Herbert Kempe und Kreisbrandmeister Heiner Prell sahen das genauso. Sie betonten, dass die ganze Einrichtung nur einem diene: der Sicherheit aller Feuerwehrmänner, die für ihren Job technisch einwandfreies Gerät benötigten. Fahrten zur feuerwehrtechnischen Zentrale in Bersenbrück entfielen für die Reinigung der Atemmasken. Das Auffüllen der Atemluftflaschen geschehe weiter in der FTZ, so Kempe. Er dankte den Feuerwehrmitgliedern für die Eigenleistungen und besonders Stefan Hagen, der sich um die Einrichtung gekümmert hatte.

Manfred Buhr, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Altkreis Bersenbrück, freute sich, dass die vier Samtgemeinden und die Stadt Bramsche einen einheitlichen Weg beschritten hätten. Jede von ihnen verfüge über eine gut ausgestattete Pflegestelle.