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Theater: So verrückt ging es in Kettenkamp selten zu Rechnung ohne die Wirtin

Von Anita Lennartz

Ob Erasmus (Frank Loxterkamp) Lottes (Daniela Trienen) Herz mit Blumen gewinnen kann? Foto: Anita LennartzOb Erasmus (Frank Loxterkamp) Lottes (Daniela Trienen) Herz mit Blumen gewinnen kann? Foto: Anita Lennartz

anl KETTENKAMP. Bei dieser Inszenierung der Theatergruppe „Vorhang auf“ der Kolpingsfamilie Kettenkamp ist der Name Programm: So verrückt wie in „Bommels verrückte Heimkehr“ ging es auf der Bühne selten zu.

Der Schwank in drei Akten von Dieter Adam glänzt mit Wortwitz und Zoten. Im Schankraum der Gastwirtschaft von Erna Bommel (Elke Stegemann) tauchen zwei völlig verwahrloste Landstreicher auf. Einer davon ist Bonifatius Bommel (Günther Trienen), der seine Frau samt Tochter Katrin (Silvia Kottmann) vor über 20 Jahren zurückließ, um Zigaretten zu holen, die er allerdings erst in Australien fand.

Dort trifft er Johann Knoll (Udo Heiden), den es ebenfalls nach „Down under“ verschlagen hat. Die beiden werden Geschäftspartner, scheitern aber mit ihrem Plan, Kühlschränke nach Grönland und Heizdecken nach Afrika zu verkaufen. Blank wie die Kirchenmäuse zieht es sie als Landstreicher nach Deutschland zurück, schließlich ist Bommel dort noch Grundstückseigentümer und Hausbesitzer.

Leider sind Haus und Hof aber völlig überschuldet, was sich Frieda Großkopf (Elisabeth Dettmer) zunutze machen will, um ihren vertrottelten Bruder Erasmus (Frank Loxterkamp) an die Frau zu bringen. Doch die Brauereibesitzerin hat die Rechnung ohne die Wirtin und deren Hausmagd Lotte Giftig (Daniela Trienen) gemacht, die schon seit vielen Jahren ein Geheimnis mit Familie Großkopf verbindet. Steffan Knoll (Sebastian Papenjohann), Sohn des Australienheimkehrers Johann Knoll, macht die Verwicklungen perfekt.

Die Zuschauer lachen Tränen über Wortduelle der „intellenten“ Lotte mit Frieda Großkopf, die ja die „Unität“ besucht hat. Und auch wenn die Landstreicher „in Cognac“ unterwegs sind, bleiben sie nicht allzu lange inkognito. Nach vielen Irrungen und Wirrungen kommt es zu einem guten Ende, sogar mit kirchlicher Trauung. Die scheitert aber am Pastor, obwohl er und sein Messdiener ebenso wie Braut und Bräutigam durchaus glaubwürdig wirken.

Das ist nicht zuletzt Verdienst von Annette Trienen, die für die Maske der Spieler zuständig ist. Auch Walburga Hollermann ist als Souffleuse wieder mit dabei, ebenso wie Bühnenhelfer Berthold Wegener. Die Spielleitung liegt bei Alfons Hollermann.

Viermal lädt die Truppe „Vorhang auf“ noch ein, „Bommels verrückte Heimkehr“ auf der Bühne zu erleben: im Saal Klaus am kommenden Samstag, 30. Oktober, und Sonntag, 31. Oktober, Beginn jeweils 19.30 Uhr. Außerdem wird in Berge im Saal Schohaus gespielt: am Samstag, 6. November, um 15 Uhr mit Kaffee und Kuchen sowie am Sonntag, 7. November, um 19.30 Uhr.