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Berufsorientierung in der Oberschule Ankum Koch oder doch lieber Zimmermann?

Von Sigrid Schüler-Juckenack

Aus diesen Baumstämmen werden Balancierbalken für jüngere Mitschüler. Foto: Sigrid Schüler-JuckenackAus diesen Baumstämmen werden Balancierbalken für jüngere Mitschüler. Foto: Sigrid Schüler-Juckenack

ssj Ankum. Fünf Tage, die ganz im Zeichen der Berufswahl stehen: In dieser Woche findet in der Oberschule in Ankum die Projektwoche Berufsorientierung für die achten, neunten und zehnten Klassen statt. Mehr als 200 Schülerinnen und Schüler beteiligen sich daran und können sich Impulse für die Frage holen, welchen Berufsweg sie nach Beendigung der Schule einschlagen werden.

Alexandra Röwekamp, Sozialarbeiterin an der Oberschule mit dem Zuständigkeitsbereich Berufsorientierung, erklärt, dass zur Vorbereitung für die Klassen 8 und 9 am Montag Referenten verschiedener berufsständischer Organisationen in die Schule gekommen waren.

Unter anderem informierten die Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, Landwirtschaftskammer, Polizei, Bundeswehr, die Stadtwerke, aber auch Firmen wie Delkeskamp und Kemper die Jugendlichen und gaben einen ersten Überblick über Berufsfelder.

Am Dienstag und Mittwoch erhielten die Jugendlichen in Zusammenarbeit mit Betrieben und Dienstleistungsunternehmen dann Einblick in die Praxis. In der Schule arbeiteten sie in kleinen Gruppen unter Anleitung eines Praktikers, oder aber sie waren zwei Tage zu Gast in einer Firma. Insgesamt werden 38 Berufsfelder angeboten, die ein Spektrum vom Pflegebereich über handwerkliche und technische Berufe sowie im künstlerischen und kaufmännischen Bereich abdeckten.

Am Donnerstag schließlich waren die Schüler unterwegs und erkundeten Betriebe. Dabei gab es noch einmal jede Menge Informationen zu den einzelnen Betrieben und den verschiedenen Berufsbildern. Am heutigen Freitag bereiten die Schüler zu dem, was sie erfahren haben, Präsentationen vor, mit denen abschließend alle beteiligten Schüler über die Berufe informiert werden, die sie in der Woche nicht haben kennenlernen können.

Die Klassen des zehnten Jahrgangs gehen aber schon einen Schritt weiter als ihre jüngeren Mitschüler. Für sie werden in der Orientierungswoche Seminare angeboten, die sie auf die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz vorbereiten. Der erste Schritt dazu: Die Anfrage per Telefon, ob eine Firma ausbildet und wer der zuständige Ansprechpartner ist.

Aber auch der Umgang mit Geld und Schulden werden zum Thema gemacht, ebenso gibt es ein Seminar für Führerscheinanfänger. Das Glasmarkt-Börsenspiel, bei dem sich die Schüler am Freitag mit Fragen aus der Wirtschaft beschäftigen, rundet schließlich die Sache ab.

Das Fazit der Schüler ist positiv. So meint der 14-jährige Richard, der in der Schulküche einen Praxistag absolviert hat, ein Tag als Zimmermann wäre ihm eigentlich lieber gewesen, aber der Beruf Koch habe auch interessante Seiten.

Jessica, ebenfalls 14 Jahre alt, zieht es allerdings eher zur Bundeswehr als an den Herd. „Auch wenn die Jugendlichen herausfinden, was sie gar nicht mögen, ist das ein Erfolg“, erklärt dazu die Sozialarbeiterin. Falsche Vorstellungen vom Traumberuf können mit der Projektwoche nämlich beseitigt werden, und damit werden unnötige Enttäuschungen vermieden.

Auch die Resonanz der Praktiker, die mit den Schülern arbeiten, ist gut. Koch Tino Schmidt aus Ankum war schon im vergangenen Jahr mit dabei, und er erklärt: „Es macht Spaß, mit den Schülern zu arbeiten.“