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Baumpatenschaften Hase-Ems-Radweg: Pilotprojekt will sich um Erhalt von Streuobstbäumen kümmern

Von Sascha Knapek

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knap Rieste/Haselünne. Annähernd 7000 Streuobstbäume stehen auf einer Strecke von knapp 200 Kilometern am Wegesrand des Hase-Ems-Radwegs. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis Osnabrück und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) startet nun ein Modellprojekt des Berliner Unternehmens „Terra Concordia“ und des „Zweckverbands Erholungsgebiet Hasetal“, um ein engmaschiges Netzwerk zu flechten, das sich um den langfristigen Erhalt und die Pflege dieser teilweise sehr seltenen Obstbäume kümmern soll.

Ziel des Projekts sei an erster Stelle die Konservierung der vielfältigen Streuobstwiesen und Alleen und die Verwertung der auf den Bäumen wachsenden Früchte. Denn vieles, was auf Streuobstwiesen wachse, werde nicht geerntet, obwohl eine gemeinschaftliche Nutzung möglich und oftmals ausdrücklich erwünscht sei, so die Initiatoren des bundesweit einzigartigen Modells.

Wie man sich an dem Projekt beteiligen und mithelfen kann, die vielen verschieden Obstbäume zu erhalten, kann unterschiedlich aussehen, erklärt Kai Gildhorn. Von Baumpatenschaften bis hin zum Sponsoring des Werkzeugs, das für die Pflege der Bäume angeschafft werden muss, sei vieles möglich, so der Geschäftsführer des Berliner Unternehmens „Terra Concordia“, der auch hinter dem 2009 ins Leben gerufenen Webportal www.mundraub.org steht.

Diese Internetseite, auf der bundesweit Obstallmende eingetragen werden können, wird für interessierte Bürger und Touristen auch die Hauptanlaufstelle sein, wenn man mithilfe weniger Mausklicks erfahren will, wo genau welcher Baum und welches Obst zu finden ist. Die Kartierung des Hasetal-Radwanderwegs habe man vor Kurzem beendet und stecke momentan noch in der Auswertung, sagt Gildhorn. „Dass vieles in einem schlechten Zustand ist und an einigen Stellen noch ein paar Bäume fehlen, lässt sich aber jetzt schon sagen“, verriet der Berliner.

Entscheidet man sich dann für eine Baumpatenschaft, geht das Projekt erst richtig los. Von der Landwirtschaftskammer sollen die Paten in dreitägigen Seminaren in Sachen „Pflanzung“, „Pflege“, „Beschneidung“ und „Veredelung“ von Obstbäumen ausgebildet werden. Auch im Anschluss sei eine professionelle Betreuung geplant, an deren Ende die Erarbeitung eines Handbuches stehe, erklärt Dr. Fritz Brickwedde. Darüber hinaus hob der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, die das Projekt mit 125000 Euro fördert, das Zusammenspiel der regionalen Akteure und die Prämisse eines nachhaltigen Tourismuskonzepts hervor. Die Möglichkeiten, die das Modell im Bereich Tourismus biete, machten auch Werner Schräer (Zweckverband Erholungsgebiet Hasetal) und Kai Gildhorn deutlich. „Touristen können das Obst direkt vom Baum pflücken – legal und kostenlos“, brachte es Gildhorn auf den Punkt.

Wer sich vor Ort ein Bild von dem Projekt und den im Mittelpunkt stehenden Obstbäumen machen will, hat bald sogar die Möglichkeit, direkt aktiv zu werden und nicht erst zu warten, bis man nach einer Radtour oder einem Spaziergang wieder zu Hause angekommen ist. Plaketten, die an den Bäumen angebracht werden sollen, enthalten neben einer Telefonnummer auch einen QR-Code, den Smartphone-Besitzer nutzen können, um sofort weitere Informationen zu erhalten und den ersten Schritt zu einer Baumpatenschaft zu machen.

Die offizielle Auftaktveranstaltung des Projekts findet am 16. Mai im Osnabrücker Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der DBU statt. Weitere Informationen findet man auf www.mundraub.org/hasetal.


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