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Flügelspieler der Artland Dragons erhält Einbürgerungsurkunde – 330 Fragen und vier Stunden Deutsch-Test Hess: Glücklich, dass ich jetzt ein Deutscher bin

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Geschafft: Adam Hess erhält von Landrat Michael Lübbersmann die Einbürgerungsurkunde. Mit dabei: Ehefrau Julia, Tochter Emily Viola, Jan Rohdewald und Frank Bittner.Geschafft: Adam Hess erhält von Landrat Michael Lübbersmann die Einbürgerungsurkunde. Mit dabei: Ehefrau Julia, Tochter Emily Viola, Jan Rohdewald und Frank Bittner.

Quakenbrück. Als alles geschafft ist, atmet Adam Hess erst einmal tief durch: „Das war ein langer Prozess. Ich bin so glücklich, dass ich jetzt Deutscher bin.“ Seit gestern hat der gebürtige Amerikaner auch die deutsche Staatsbürgerschaft. „Meine Frau ist Deutsche, meine Tochter ist Deutsche, und meine Vorfahren waren Deutsche, ein bisschen habe ich mich immer schon deutsch gefühlt“, sagt der Basketball-Profi der Artland Dragons.

Nun ist er es, ganz offiziell. Landrat Michael Lübbersmann überreichte ihm gestern die Urkunde. Der Weg dahin war kein leichter. „Wir haben es erst lange über meine deutschen Vorfahren versucht“, erzählt der 30-Jährige: „Aber das hat nicht geklappt.“ Seit dem letzten Wochenende erfüllt er die rechtlichen Voraussetzungen. Seit zwei Jahren ist er mit seiner Frau Julia verheiratet.

Zudem erlangte er ein Deutsch-Zertifikat und absolvierte einen Einbürgerungstest. „Es waren 330 Fragen. Nicht einmal gebürtige Deutsche können die alle richtig beantworten“, sagt Hess, „und der Deutsch-Test hat vier Stunden gedauert.“ Er bekam eine 2+. „Darauf bin ich schon stolz“, sagt er und schließt gleich eine ganze Reihe von Danksagungen an. „So viele Menschen haben mir geholfen“, freut er sich. Seine Frau natürlich, aber auch sein Ex-Mitspieler Jan Rohdewald, sein Vater, aber auch der Integrationsbeauftragte des Landkreises Frank Bittner. Und Julia Flechsig, Freundin von Teamkollege Guido Grünheid. „Mit ihr habe ich viel vor allem Grammatik gelernt“, sagt Hess. War Grünheid nicht eifersüchtig? „Nein. Er hatte dann mehr Zeit für seine Nickerchen“, scherzt Hess.

Morgen nach dem Spiel gegen Antwerpen hat er noch einmal eine große Prüfung. Hess muss die Nationalhymne singen. Nicht öffentlich, im kleinen Kreis: „Den Text kann ich, aber ich will den Zuschauern in der Arena meine Singstimme nicht zumuten“, sagt er.

2006 war er zu den Dragons gekommen, kehrte ihnen zwischenzeitlich zweimal den Rücken. Insgesamt spielt er hier seine vierte Saison, ab sofort als Deutscher. Dass nun ein Platz für einen weiteren Ausländer frei wird, freut ihn: „Das macht unser Team nur stärker.“


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