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Ölreste auf "Sternenpark"-Gelände

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Unliebsame Überraschung für die Gemeinde Heede. Der potenzielle Investor für das Seniorenheim "Sternenpark", die HSL Handwerkergemeinschaft Emsland, hat auf dem Gelände der ehemaligen Raiffeisen-Warengenossenschaft bei Probebohrungen Bodenverunreinigungen festgestellt. Jetzt muss die Gemeinde Diesel- und Heizölreste entsorgen lassen, bevor der Kaufvertrag für das Grundstück geschlossen und die Bauarbeiten für das rund 2,5 Millionen Euro teure Vorhaben beginnen können.

Heedes Bürgermeister Alois Soring spricht von "einer ärgerlichen Sache". Die Gemeinde habe vor den Verkaufsgesprächen mit der HSL, einem Zusammenschluss von sieben Firmen aus der Samtgemeinde Dörpen, ein Bodengutachten für das Grundstück in der Ortsmitte erstellen lassen.

"Darin wurde uns attestiert, dass keine Belastungen vorliegen und gegen eine Nutzung des 5000 Quadratmeter großen Geländes als Wohnstandort keine Bedenken bestehen." Umso überraschender sei, dass nun bei Probebohrungen für die Fundamente an einer Stelle doch Bodenverschmutzungen festgestellt wurden. Zum Ausmaß der Verschmutzungen sagte Soring gestern unserer Zeitung: "Wir wissen mittlerweile durch ein zweites Gutachten, dass in einer Tiefe von 1,30 bis 1,50 Meter Heizöl- und Dieselreste liegen."

Die Gemeinde werde nun schnell reagieren. "Innerhalb der nächsten 14 Tage wird der Bodenaustausch vorgenommen, damit das Projekt weitergehen kann."

Die Kosten für den Bodenaustausch müsse die Gemeinde tragen. Soring: "Wir haben damals beim Kauf des Geländes von der Warengenossenschaft alle Risiken übernommen."

Diese Bereitschaft der Gemeinde habe damals zu einem günstigeren Kaufpreis geführt. Nach Darstellung Soring seien die Risiken, die eine über 100-jährige Molkerei und die Lagerung von Düngemitteln nach sich ziehen könnten, "allen Ratsmitgliedern bekannt gewesen." Wie teuer diese Haftung nun für die Gemeinde werde, darüber könne er nur spekulieren. Soring: "Das wird sich im unteren fünfstelligen Bereich bewegen." Andere Investitionsprojekte seien durch diese unerwarteten Ausgaben aber nicht gefährdet.

Der Investor HSL sieht durch die Verschmutzungen seine ursprüngliche Planungen nicht gefährdet. Ernst-Otto Cordes, einer der HSL-Geschäftsführer, erklärte auf Anfrage: "Die Gemeinde muss ein baureifes Grundstück vorhalten, bevor wir den Kaufvertrag unterschreiben. Wir hatten von Beginn an vorgesehen, bis zum Jahresende mit dem Bau zu beginnen. Das ist weiterhin möglich."

Nach den Planungen des HSL-Architekten Bernd Springfeld ist der Bau von 24 behindertengerechten Wohnungen mit jeweils 70 Quadratmetern in sternenförmiger Anordnung vorgesehen. Ein entsprechender Bebauungsplan wurde durch die Gemeinde bereits verabschiedet.


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