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Fotovoltaikanlagen werden errichtet „Wir sind für jedes Dach dankbar“

Von Rainer Westendorf


Hunteburg/Bohmte. „Wir haben in den vergangenen Tagen nochmals Fahrt aufgenommen“, so Klaus Goedejohann. Der Gemeindebürgermeister gehört dem Aufsichtsrat der BürgerEnergie Bohmte eG an. Ab Montag, 1. November, können Interessierte Mitglied der neuen Genossenschaft werden und Geschäftsanteile kaufen.

Ein Geschäftsanteil kostet 100 Euro. Mindestens zehn Anteile müssen gezeichnet werden. 1000 Euro muss also ein Bürger mindestens investieren. Die maximale Beteiligungshöhe pro Mitglied liegt bei 30000 Euro. Die Mitglieder müssen übrigens zwingend in der Gemeinde Bohmte wohnen. Auch „Auswärtige“ sind willkommen.

Im April fand die Gründungsversammlung statt. „Was haben die nur die ganze Zeit gemacht? Die Frage haben sich bestimmt einige Teilnehmer gestellt“, sagte Vorstandsmitglied Wolfgang Warhus. Das Konzept eines Genossenschaftsmodells sei aber sehr viel schwieriger umzusetzen als ein privates Vorhaben. So wurde eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsprüfung erstellt, und auch ein Gründungsgutachten ist zum Genossenschaftsverband geschickt worden. Inzwischen ist aber alles „in trockenen Tüchern“, und die Arbeit kann beginnen.

Was war der Anlass für die Gründung? Vor dem Hintergrund des Klimawandels und anderer ökologischer Probleme wollen sich viele Bürger engagieren. Die Genossenschaft bietet Interessierten die Möglichkeit, eine umweltfreundliche und klimaschonende Stromerzeugung durch Fotovoltaik zu unterstützen. Die Bürgerenergie Bohmte will solche Anlagen auf kommunalen (und privaten) Dachflächen in der Kommune betreiben.

Die Ingenieur-Netzwerk Energie (iNeG) – ein genossenschaftlich organisiertes Ingenieurbüro – hat potenzielle Dachflächen untersucht und begleitet den Aufbau in der Gemeinde. Wie Jürgen Sander von iNeG während einer Informationsveranstaltung im Saal Knostmann in Hunteberg-Meyerhöfen berichtete, sind derzeit acht Projekte geplant. Fotovoltaikanlagen sollen bis Ende des Jahres auf den Dächern folgender Gebäude installiert werden: Bauhof, Turnhalle an der Tilingstraße, Hallenbad, Grundschule Tilingstraße sowie Haupt- und Realschule in Bohmte. Außerdem Turnhalle, Feuerwehrhaus und Firma Keil in Hunteburg.

Die Genossenschaft pachtet die Dachfläche von der Kommune beziehungsweise der Firma Keil für 20 Jahre und erhält für den dort erzeugten Strom eine Einspeisevergütung. Die Vergütung wird für jedes einzelne Objekt gezahlt – nicht für die Gesamtanlage.

Die Höhe ist nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz geregelt und ist zudem garantiert für diesen Zeitraum. Nach 20 Jahren müsste die Generalversammlung dann entscheiden, ob die Bohmter Energiegenossenschaft aufgelöst wird oder weitermacht. Das hängt natürlich ab von den Bedingungen, die im Jahr 2030 gegeben sind. Der Großteil der Anlagen steht auf öffentlichen Gebäuden. Geeignete Flächen auf Privathäusern werden aber ebenfalls von der Genossenschaft gemietet. „Wir sind für jedes Dach dankbar“, sagte Wolfgang Warhus.

Für die Anlagen auf den acht Dächern werden knapp 870000 Euro investiert. An Stromerlösen rechnen die Betreiber mit einer Summe von rund 1,7 Millionen Euro. Die Differenz zwischen den beiden Summen ist natürlich kein Nettogewinn. So werden Rückstellungen gebildet, und es müssen Versicherungen abgeschlossen werden. „Langfristig erwarten wir eine Rendite von vier bis fünf Prozent“, so der Vorstand. Das sei eine vorsichtige Kalkulation. Eine Dividende soll ab dem dritten Betriebsjahr ausgezahlt werden. Diese steigert sich im Lauf der Jahre.

Wie Warhus erläuterte, strebt die BürgerEnergie Bohmte eG zum Start einen Eigenkapitalanteil von 20 Prozent an. Der Rest wird über einen Kredit finanziert.

Anteile können ab dem 1. November in den Filialen der Volksbank Bramgau-Wittlage gezeichnet werden. Damit verbunden ist ein Beratungsgespräch, dessen Inhalt auch protokolliert wird.

Weitere Infos unter Telefon 05471/9310111.