zuletzt aktualisiert vor

„Respekt“ vor: Wilhelm Wißmann Mit Herz und Hand zwischen Schmiede und Fußballplatz

Von Petra Ropers

Ehrenvorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins, Ehrengast auf der Tribüne des TSV Riemsloh und umlagerter Star an der Feldschmiede: Wilhelm Wißmann ruht sich auf seinen vielen Auszeichnungen nicht aus. Foto: Foto-AG des GymnasiumsEhrenvorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins, Ehrengast auf der Tribüne des TSV Riemsloh und umlagerter Star an der Feldschmiede: Wilhelm Wißmann ruht sich auf seinen vielen Auszeichnungen nicht aus. Foto: Foto-AG des Gymnasiums

Riemsloh. Seine Urkunden und Auszeichnungen könnten eine ganze Wand füllen. Schließlich ist der Ehrenvorsitz des Heimat- und Verkehrsvereins Riemsloh nur die jüngste einer ganzen Reihe von Anerkennungen, die Wilhelm Wißmanns vielfältige Verdienste würdigen. Doch sie zur Schau zu stellen liegt ihm gar nicht.

Nur ein Ehrenzeichen trägt er immer bei sich – mit gutem Grund. Denn die Ehrenkarte des TSV Riemsloh nutzt er regelmäßig. Ob bei Heimspielen oder auf auswärtigen Fußballfeldern: Wenn „seine“ Jungs auf dem Platz stehen, ist Wilhelm Wißmann immer dabei! „Ich bin eben ein alter Fußballer“, gesteht er schmunzelnd. Nach dem Krieg spielte er in der A-Jugend des TSV und rückte als einziger Spieler in die erste Mannschaft auf. Aber schon bald wurde die Fußballabteilung wieder aufgelöst.

Lange Jahre blieb es still um den Riemsloher Fußball – bis Wilhelm Wißmann 1970 den Anstoß zur Neugründung der Abteilung gab. Er holte fußballbegeisterte Jungs auf den Platz, trainierte sie und formte aus ihnen eine Mannschaft, die von der D-Jugend an Jahr für Jahr die Meisterschaft und den Aufstieg holte. Zehn Jahre lang übernahm er das Training für alle Jugendmannschaften des TSV. Heute jubelt er mit, wenn die Kinder seiner damaligen Zöglinge auf das Tor zuhalten.

Bei seiner Frau Hildegard fand er nicht nur für sein sportliches Engagement Verständnis. Denn auch der Heimat- und Verkehrsverein forderte so manche Stunde ehrenamtlicher Arbeit. Unter seinem Vorsitz erhielt der Stadtteil seinen ersten Maibaum.

Dank seiner Initiative können sich Wegsuchende und Wanderfreunde an schmucken Informationstafeln orientieren. Und wen es weiter in die Ferne zog, der durfte bei Fahrten nach Mallorca oder Andalusien zwölf Jahre lang auf seine kompetente Reiseleitung vertrauen.

„Wer rastet, der rostet“, könnte das Lebensmotto des 82-Jährigen lauten. Die Mußestunden daheim unterbricht deshalb immer wieder das Klirren von Hammer und Amboss. Denn der gelernte Schmied, der 43 Jahre lang als Federnrichter bei der Firma Schomäcker tätig war – davon die letzten zehn Jahre als Betriebsratsvorsitzender – hat seinen Beruf längst zum Hobby gemacht: Wenn er seine Feldschmiede nicht zur Freude der Besucher an der Westhoyeler Windmühle aufbaut, tritt er daheim an den Amboss, um seine Frau mit kunstvollen Schmiedearbeiten zu überraschen.

„Schmieden und Fußball – das hält einen richtig frisch!“ ist der Riemsloher überzeugt. Und deshalb legt er trotz seiner vielen Auszeichnungen die Hände auch künftig nicht in den Schoß.