zuletzt aktualisiert vor

Opfer des NS-Regimes Kranz am Grab von Pfarrer Schniers in Wippingen niedergelegt

Von Willi Rave

Meine Nachrichten

Um das Thema Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

<em>In einem eindrucksvollen Gottesdienst</em> gedachte eine große Gemeinde Pfarrer Heinrich Schniers. Neben dem Altar, an dem Pfarrer Johannes Brinkmann, Pater Wilhelm Tangen und Pfarrer Francis Sanjeevi (von links) zelebrierten, war ein Bild des „Wippinger Märtyrers“ aufgestellt. Foto: Willy RaveIn einem eindrucksvollen Gottesdienst gedachte eine große Gemeinde Pfarrer Heinrich Schniers. Neben dem Altar, an dem Pfarrer Johannes Brinkmann, Pater Wilhelm Tangen und Pfarrer Francis Sanjeevi (von links) zelebrierten, war ein Bild des „Wippinger Märtyrers“ aufgestellt. Foto: Willy Rave

Wippingen. Mit einem einrucksvollen Gottesdienst unter freiem Himmel haben am vergangenen Sonntag zahlreiche Gläubige in Wippingen eines großen Sohnes der Gemeinde an dessen 70. Todestag gedacht. Pfarrer Heinrich Schniers starb 1942 im Konzentrationslager Dachau.

Mit Pfarrer Francis Sanjeevi zelebrierten der aus Wippingen stammende Maristenpater Wilhelm Tangen und Pfarrer i.R. Johannes Brinkmann, einer der Täuflinge von Heinrich Schniers. „Dieser Gottesdienst soll ein deutliches Zeichen sein, dass wir als Christen gegen Hass, Terror und Gewalt eintreten und nach Versöhnung streben“, sagte Pfarrer Sanjeevi zu Beginn des Gottesdienstes, der von der Wippinger Blaskapelle mitgestaltet wurde. Der Geistliche bezeichnete Pfarrer Schniers als einen Priester mit Rückgrat.

Diese Aussage belegte der Direktor des Diözesanmuseums, Hermann Queckenstedt, mit einer sehr nahe gehenden Schilderung des Lebensweges von Heinrich Schniers. Queckenstedt erinnerte an dessen Kaplanszeit in Lingen und an die Zeit als Pfarrer in Leer. Sein offenes Auftreten gegen das NS-Regime habe ihn in das Visier der Gestapo gerückt. Bevor man ihn in das KZ Dachau gebracht habe, hätten ihn Nazis in Sträflingskleidung durch Leer getrieben.

Im Konzentrationslager sei ihm das Leben zur Hölle gemacht worden. Sein letzter Weg habe ihn über das Krankenrevier ins Krematorium geführt. „Er starb an den Folgen eines Darmkatarrhs“, zitierte Queckenstedt aus der Mitteilung an seine Angehörigen. Das Requiem in Leer sei zu einer kraftvollen Demonstration christlicher Gemeinschaft mit 80 katholischen Priestern und mehreren evangelischen und reformierten Pastoren geworden.

Nach dem Gottesdienst legten Bürgermeister Hermann Gerdes und ein Vertreter der Pfarrgemeinde am Urnengrab von Pfarrer Schniers einen Kranz nieder.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN