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Eskalation im Rocker-Milieu? Bramscher X-Team-Mitglied soll MC-Gremium-Biker von der Straße gedrängt haben

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<em>Im Beisein</em> eines stellvertretenden Anwalts ist der Angeklagte gestern vor Gericht erschienen. Hat er einen anderen Rocker von der Straße gedrängt? Er schweigt bislang dazu. Foto: Wilfried GerharzIm Beisein eines stellvertretenden Anwalts ist der Angeklagte gestern vor Gericht erschienen. Hat er einen anderen Rocker von der Straße gedrängt? Er schweigt bislang dazu. Foto: Wilfried Gerharz

Münster/Westerkappeln. Es war möglicherweise das Emblem auf der Biker-Jacke des anderen Mannes, das den 31-Jährigen aus Bramsche zu dem Übergriff verleitete. Am 28. April soll er das Mitglied des Rockerclubs „MC Gremium“, das auf seinem Motorrad in Seeste auf der Bramscher Straße Richtung Westerkappeln unterwegs war, mit seinem Wagen überholt, gezielt ausgebremst und von der Straße gedrängt haben.

Der Osnabrücker „stürzte daraufhin, erlitt Prellungen und Schürfwunden und ist bis heute arbeitsunfähig, weil er an den psychischen Folgen leidet“, wie der Staatsanwalt gestern vor dem Landgericht Münster ausführte. Der Angeklagte selbst soll, ohne dem Opfer zu helfen, umgehend davongefahren sein.

Er war zum Prozessauftakt mit einem stellvertretenden Anwalt erschienen, weil sein Verteidiger erkrankt war, und äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

Der gelernte Straßenbauer ist Mitglied des Motorradclubs „X-Team“, der den „Bandidos“ nahestehen soll. Mitangeklagt – und zwar wegen Strafvereitelung – ist die 23-jährige Freundin des Angeklagten. Sie soll den 31-Jährigen gedeckt haben, nachdem der seinen Wagen nach dem Übergriff am Kanal versteckte hatte.

Laut Anklageschrift holte die Altenpflegerin das Auto zu sich nach Hause, erzählte jedoch anschließend einer Bekannten von dem Überfall. Diese vertraute sich der Polizei an. Später soll die 23-Jährige der Zeugin Geld angeboten haben, damit diese ihre belastende Aussage wieder zurücknähme.

Die junge Angeklagte, die gestern in Begleitung ihres Vaters im Gericht erschienen war, kündigte an, am nächsten Prozesstag zur Tat aussagen zu wollen.

Neben dem rabiaten Übergriff, den der Staatsanwalt als „gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und Misshandlung eines anderen“ wertete, bei dem die Gefährdung eines Menschenlebens billigend in Kauf genommen worden sei, wird dem 31-jährigen Angeklagten unerlaubter Waffenbesitz vorgeworfen: Er soll einen Schlagring, ein Messer und „einen Feuerlöscher mit Pfefferspray“ dabeigehabt haben.

Der Prozess wird am kommenden Freitag fortgesetzt.


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