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Erster Alleinflug Segelflugzeug stürzt in Quakenbrück in Wohnhaus: 17-jährige Pilotin tot

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Quakenbrück. Beim Sturz eines Segelflugzeugs in ein Wohnhaus in Quakenbrück ist am Samstagabend die 17-jährige Pilotin ums Leben gekommen. Es war ihr erster Alleinflug. Verletzte habe es rund um die Absturzstelle in der Quakenbrücker Neustadt nicht gegeben, teilte die Polizei in Osnabrück am Samstagabend mit.

Insgesamt sind vier Häuser in Mitleidenschaft gezogen worden. Über die Unfallursache ist zurzeit noch nichts bekannt. Noch in den Abendstunden wollen Ermittler der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen aus Braunschweig mit ihrer Arbeit beginnen.

Nach ersten Erkenntnissen war die Pilotin vom Segelclub in Quakenbrück aus gestartet. Gegen 19.15 Uhr stürzte sie mit dem Flugzeug in ein Wohnhaus in der Artlandstraße. Eine Tragfläche des Flugzeuges touchierte eine Hauswand und zerstörte ein dahinterliegendes Badezimmer, bevor es gegen drei weitere Häuser prallte und sich schließlich senkrecht vor einer Hauswand aufrichtete. Die junge Frau erlitt dabei tödliche Verletzungen.

Nach dem Absturz wurde ein Großaufgebot an Rettungskräften zur Unfallstelle beordert: Rettungswagen, Notarzt sowie die Feuerwehr Quakenbrück waren vor Ort, weil die Zahl der Verletzten in der Reihenhaussiedlung zunächst unklar war. „Ein Kollege hat den Absturz als Augenzeuge beobachtet“, sagte ein Polizeibeamter der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. „Das Flugzeug ist wohl sehr tief geflogen und hat unregelmäßige Bewegungen gemacht.“

Ein Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen aus Braunschweig ist auf dem Weg nach Quakenbrück. Sie wollen noch am späten Abend mit der Untersuchung des Unglücks beginnen. Das Technische Hilfswerk solle die Absturzstelle mit einem Zelt vor drohendem Regen schützen, damit die Ermittler umgehend mit ihrer Arbeit beginnen könnten, hieß es. Die Artlandstraße ist für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Der letzte bekannte Absturz eines Segelflugzeuges aus Quakenbrück war am 5.Juli 2009. Es war Sonntagmittag als die Feuerwehren aus Badbergen , Quakenbrück und der Rettungsdienst zum Vortmannsweg im Badberger Ortsteil Groß Mimmelage gerufen wurden. Dort war ein Segelflugzeug in einem Getreidefeld abgestürzt. Der Pilot, der sich mit dem Fallschirm retten konnte, erlitt Schürfwunden und wurde mit dem Rettungswagen ins Christliche Krankenhaus gebracht. Der 19- jährige Pilot hatte schon beim Windenschlepp Unregelmäßigkeiten am Fluggerät festgestellt. Beim Ausklinken hatte er dann keine Kontrolle über das Flugzeug. Somit betätigte er den Schalter für den Haubennotabwurf und sprang mit den Fallschirm ab. Das Segelflugzeug zerschmetterte im Getreidefeld. Der damalige entstandene Schaden schätzt die Polizei auf 30 Tausend Euro

Bereits im Mai dieses Jahres ist in Melle nach einer Kollision mit einem Ultraleichtflugzeug ein Segelflieger abgestürzt . Weil der Pilot geistesgegenwärtig in eine Baumgruppe am Rande eines Wohngebietes lenkte, verhinderte er Schlimmeres. Der 51-Jährige, der als erfahrener Flieger gilt, brachte sich mit einem Fallschirm in Sicherheit. Er erlitt einen Schock. Das Ultraleichtflugzeug, in dem sich ein 45 Jahre alter Mann und dessen Sohn befanden, landete beschädigt auf dem Flugplatz Melle-Gerden. Die beiden Insassen blieben unverletzt.

Ein Update zu den Untersuchungen am Sonntagmorgen nach dem Flugzeugabsturz in Quakenbrück lesen Sie hier.


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