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Frühe Förderung wichtig Lese-Rechtschreib-Schwäche Thema in Eper Grundschule

Von Pascal Kofen

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<em>Auch nach dem Vortrag</em> beantwortete Hans-Jürgen Kintscher noch zahlreiche Fragen. Foto: Pascal KofenAuch nach dem Vortrag beantwortete Hans-Jürgen Kintscher noch zahlreiche Fragen. Foto: Pascal Kofen

Epe. Zum Thema „Lese-Rechtschreib-Schwäche“ (LRS) hat der Förderverein der Honigmoorschule in Epe zu einem Vortrag eingeladen. Referent war Hans-Jürgen Kintscher. Er leitet das kommerzielle „Lehrinstitut für Orthographie und Sprachkompetenz (LOS)“.

In seinem Vortrag ging Kintscher auch auf die „Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts)-Störung“ ADS und ADHS ein. Während es früher als normal empfunden wurde, dass es in einer Klasse immer mal einen sogenannten „Zappelphilipp“ oder ein „Träumerle“ gab, sei dieses Verhalten heute als therapierbare Störung erkannt, die in der Schule oft zu einer LRS führt.

Kintscher grenzte die „Lese-Rechtschreib-Schwäche“ von der stärkeren „Lese-Rechtschreib-Störung“ ab und zeigte Fördermöglichkeiten in diesem Fall auf. Üblicherweise würden heute bereits im Kindergarten mit verschiedenen Tests die Sprachfähigkeiten der Kinder getestet und in diesem frühen Stadium korrigiert. Allerdings sei das erst eine neuere Entwicklung, die auch durch die „PISA-Studien“ angeregt wurde, und Kinder, die heute bereits in die Schule gingen, seien eventuell noch nicht getestet, so der Referent.

Da die Sprachentwicklung in einzelnen Phasen stattfindet, die aufeinander aufbauen, ist eine frühzeitige Erkennung hilfreich, damit das betroffene Kind möglichst wenig Phasen aufarbeiten muss. Außerdem schließe der Besuch am Gymnasium eine LRS nicht aus. Intelligenten Kindern merke man eine LRS eventuell einfach erst viel später an.

Während des Vortrags berichtete Kintscher auch aus seiner aktiven Arbeit und zeigte auf, dass negative Entwicklungen im privaten Umfeld des Kindes immer wieder direkten Einfluss auf die Therapierung der Schwäche haben. Kintscher ermahnte, auch bei Nachhilfe-Angeboten deutlich hinzuschauen. „Vorsicht! Es werden in diesem Bereich zur Therapie auch gleich Weltanschauungen verkauft“, warnt Kintscher.

Honigmoor-Schulleiter Christian Grade dankte dem Förderverein für seine Initiative, diesen Vortrag anzubieten, und Hans-Jürgen Kintscher für den Vortrag, unterstrich aber noch einmal, „dass der Fokus in den Schulen bereits stark auf der Sprachentwicklung der Kinder ruhe“ und alles dafür getan werde, eine LRS früh zu erkennen und mit einem Förderplan zu beseitigen.

Die zweite Vorsitzende des Fördervereins, Susanne Goda, hätte sich ein wenig mehr Interesse vonseiten der Eltern gewünscht, war aber mit Inhalt und Umfang des Vortrags zufrieden. „Ein Thema, das wir im Auge behalten werden.“


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