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850-Jahre Neuenkirchen Zeitreise mit malerischen Gewändern

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Neuenkirchen. Altes Handwerk machte die Vergangenheit lebendig. Liebevoll gepflegte Oldtimer, wohl gehütete Trecker-Veteranen und malerische Kostüme luden zur historischen Zeitreise ein: Zur 850-Jahr-Feier Neuenkirchens verwandelte sich die Kirchenburg am Samstagnachmittag in einen erlebnisreichen Anziehungspunkt für alle Generationen.

Bereits zur Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung war die Kirche am heutigen Standort der geistliche und mit den sich ansiedelnden Handwerkern und Händlern zunehmend auch der weltliche Mittelpunkt des Kirchspiels.

Zum Jubiläum ließen die Neuenkirchener selbst mit viel Fantasie und Engagement rund um die Christophorus-Kirche ihre Geschichte wieder aufleben. Denn für das „Treffen der Generationen“ gruben sie tief in Kleiderschränken und Truhen.

Den alten Steckrübenpflanzer, der einst die Arbeit auf dem Feld erleichterte, holte Helmut Pottkamp von der Siedlergemeinschaft für das Fest von seinem Dachboden. An die Zeit der Jahrhundertwende erinnerte mit Frack, Zylinder und unverzichtbarem „Kaiser-Wilhelm-Bart“ Peter Lammerschmidt und verwies damit zugleich auf das 100-jährige Jubiläum des TV Neuenkirchen im vergangenen Jahr.

Zum beliebten Fotomotiv avancierte unterdessen als preußischer Kürassier in einer Originaluniform von 1810 der Suttorfer Historiker Uwe Henry Welther. Ganz friedfertig zeigte sich trotz seiner langen Lanze „Sachse“ Christoph Seidel.

Das Klirren des Schmiedehammers klang durch die Kirchenburg. Holzspäne flogen beim Drechseln nach alter Art durch die Luft.

Vom Ofenbau nach traditioneller Überlieferung bis zum Töpfern spannte sich der Bogen der Handwerkstraditionen. Am Spinnrad ließ sich Akin Schäfer gerne über die Schulter schauen. Schließlich ist die einst selbstverständliche Kunst des Spinnens fast in Vergessenheit geraten. Ein gleichmäßiger Faden fordert dabei vor allem eins: „Dazu braucht man Fingerspitzengefühl!“

Schwankend rollte das Hochrad durch die belebten Straßen. Alte Landtechnik von der Dreschmaschine mit Selbsteinleger bis zum Kartoffelroder regte auf dem Hof Wehmer zum Fachsimpeln an. Mit Tanz, Turndarbietungen und Rope Skipping sorgten Grundschule und TVN auf der Bühne für ein spritziges Showprogramm. Selbst Neuenkirchens Vierbeiner ließen es sich bei der Hunde-Show nicht nehmen, zum bunten Angebot des Nachmittags beizutragen.

Und dank des kulinarischen Angebots in der Kirchenburg brauchte auch niemand nach Hause zu gehen. Schließlich brachte die 850-Jahr-Feier mit dem „Quer-Beet-Abend“ im Festzelt erneut alle Ortsteile auf die Beine.


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