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Artland Dragons in der EuroChallenge Wenn Schiedsrichter aus aller Herren Länder nach Quakenbrück kommen

Von Albert Schmidt

Quakenbrück. Sie sind international geschult, konsequent und sicher in ihren Entscheidungen: Das EuroChallenge-Spiel der Dragons gegen Izmir (95:88) leiteten einmal mehr Schiedsrichter mit Autorität – aber nicht autoritär. Proteste wurden weggelächelt oder geahndet – wie das technische Foul gegen Mire Chatman. Was aber nehmen die FIBA-Schiedsrichter auf sich, um solche Spiele zu leiten?

„Aus aller Herren Länder“ kommen die Unparteiischen bei europäischen Vergleichen. Die weiteste Anreise hatte diesmal Juris Kokainis aus Lettland, aber auch Petr Hrusa (Tschechien) und Simon Unsworth (England) nahmen mehrere Flugstunden auf sich. „Juris Kokainis ist um 14.20 Uhr aus Riga abgeflogen und um 19.05 in Bremen gelandet“, erklärt Felix Bruss, Angestellter der Artland Dragons und zuständig für die Betreuung der Referees.

Die Ansetzungen der FIBA gehen den Klubs über den DBB zwei Wochen vor den Spielen zu. Die meisten Schiris treffen bereits am Vortag ein. „Sie sind sehr froh, wenn man sich um sie kümmert“, berichtet Felix Bruss. „Manchmal bestellen wir schon ein Essen am Flughafen, wenn die Schiedsrichter sehr spät ankommen. Herrn Kokainis habe ich selbst abgeholt.“ Die Verständigung erfolge generell auf Englisch. Nur der technische Kommissar Evard de Jager (Holland) habe Deutsch gesprochen. „Der war gut drauf“, so Jürgen Biemann vom Kampfgericht.

Am Spieltag bekommen die Unparteiischen Informationen über die Dragons, über Quakenbrück und das Artland. „Die Welt ist klein. Beim Zypern-Spiel hatten wir einen serbischen Schiri, der sich mit dem Wirt vom Steakhouse in Landessprache verständigt hat. Dabei kam heraus, dass beide Verwandte im selben Dorf haben“, erzählt der Angestellte vom Dragons Office.

Die Nacht ist oft kurz: Morgens ab 4 Uhr sind die drei Referees vom Hotel Hagspihl aus wieder aufgebrochen. „Da haben wir aber doch einen Fahrdienst der Firma Möllmann zum Flughafen Bremen bestellt“, gesteht Felix Bruss.