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Kabarett: Landfrauen hatten ihr Vergnügen an Kriszti Kiss und Dieter Treeck Leise kriselte der Schnee

Von Alexandra Lüders

Treten seit 15 Jahren als Kabarettisten auf: Kriszti Kiss und Dieter Treeck mit dem Elch Aljoscha. Foto: Alexandra LüdersTreten seit 15 Jahren als Kabarettisten auf: Kriszti Kiss und Dieter Treeck mit dem Elch Aljoscha. Foto: Alexandra Lüders

Menslage. „Leise kriselt der Schnee“, titelte das scharf gewürzte Programm der Kabarettisten Kriszti Kiss und Dieter Treeck, mit dem sie den Menslager Landfrauen großes Vergnügen bereiteten.

Das ketzerische Duo aus Dortmund präsentierte heitere bis bitterböse Lieder, Gedichte, Geschichten und Szenen, die den hektischen Lebensstil in der Vorweihnachtszeit kritisch unter die Lupe nahmen.

In vorweihnachtlichem Spar-Outfit (Nikolausmütze) öffnete das Paar einen Sack voll satirischen Naschwerks mit Widerhaken, um so mancher Zeitgenossin den Spiegel vorzuhalten. Und erntete dabei jede Menge Lacher, denn so manche fühlte sich auf amüsante Weise ertappt beim alljährlichen Kampf um den letzten Tannenbaum, der mitunter zur amorphen Stachelkugel mutiert.

Applaus gab es auch für die Gulasch verschlingende Verwandtschaft, welche nach genüsslichem Weihnachtsschmaus in weihnachtlicher Ruhe vor dem Hausaltar versinkt (Fernseher). „Schenken heißt Denken“ zitierte Dieter Treeck aus eigenen Werken mit dem Verweis auf das günstig erstandene Erotik-Schnäppchen aus dem Supermarkt, das die Hausherrin in achtfacher Ausführung kredenzt bekommt. Kaum zu toppen waren die Szene mit dem „kleinen Weihnachtsmann“ und das klangvoll vorgetragene Elchlied. Der fromme Mann beglückt die Damen des Freudenhauses mit drei Dutzend warmer Wollmieder, während er seine dominante Frau mit einer List der Polizeistreife überlässt.

„Jede Emotion ist Kalorienverbrauch“, sonnte sich die authentische Kriszti Kiss in ihrer schlanken Linie und genoss das ganz neue Gefühl von abgespeckter Leichtigkeit. Abschließend bescherte das Duo einen Strauß bunter weihnachtlicher Miniaturen und wünschte seinen Zuhörerinnen „Bessert euch drauf los“.

Die Texte des Programms stammten meist aus der Feder des Dortmunder Satirikers Dieter Treeck. Aber auch so scharfzüngige Autoren wie Hanns Dieter Hüsch, Erich Kästner und Eugen Roth kamen bei dem fies-fröhlichen Abend zu Wort. Sein schauspielerisches Pendant Kiss eroberte die Herzen des Publikums mit ungarischem Temperament und Charme.