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Drei Waffeleisen verschlissen 11771 Neujahrskuchen: Nach Backmarathon macht Bippenerin Martha Stamer jetzt erst einmal eine Pause

<em>Reißenden Absatz</em> finden in jedem Jahr die Neujahrskuchen von Martha Stamer. Fotos: Ina Krauspenhaar/Christian GeersReißenden Absatz finden in jedem Jahr die Neujahrskuchen von Martha Stamer. Fotos: Ina Krauspenhaar/Christian Geers

Bippen.Zweifellos hat Martha Stamer aus dem Bippener Ortsteil Ohrte einen Rekord im Neujahrskuchen-Backen aufgestellt. Von Oktober bis Dezember backte die 73-Jährige exakt 11771 der heiß geliebten Hörnchen. Allein in diesem Jahr hat sie schon drei Eisen verschlissen.

Bereits im vergangenen Jahr hat die fleißige Rentnerin rund 10000 Neujahrskuchen gebacken – für Bekannte, Freunde, Nachbarn und Verwandte. Viele stellen Martha Stamer die Zutaten für den Teig zur Verfügung. Die Seniorin zählt jedes einzelne, fertige Hörnchen, das durch ihre Hände geht. Deshalb kennt sie auch die genaue Anzahl. „Jedes Jahr werden es mehr“, freut sie sich über die große Nachfrage nach ihren selbst gebackenen Hörnchen.

In diesem Jahr wurden auf dem Berger Weihnachtsmarkt Neujahrskuchen für einen guten Zweck verkauft. Der Erlös war für den Kindergarten „Der kleine Leuchtturm“ vorgesehen. Neben Eltern von Leuchtturm-Kindern oder Gönnern der Einrichtung hat sich auch die aufmerksame und hilfsbereite Rentnerin aus Ohrte bereit erklärt, bei dieser Aktion mitzuwirken. Gesagt, getan.

Aber nicht nur in diesem Fall hat die liebenswürdige Rekord-Bäckerin an ihre Mitmenschen gedacht. Denn auch die Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes, von denen sie täglich betreut wird, sowie die Arzthelferinnen ihres Hausarztes hat sie schon mit dem leckeren Gebäck bedacht und überrascht. „Die haben sich so gefreut“, erinnert sie sich lächelnd. Verwandte, Freunde, Bekannte und Nachbarn „kommen und holen sich die Neujahrskuchen ab“, erklärt sie die logistischen Abläufe.

Martha Stamer geht zwar dreimal pro Woche zum Sport – Rheumaliga, Schwimmen und Herzsport –, jedoch ist ihre Sehkraft nicht mehr die beste. Die Seniorin verbringt ihre Zeit darum auch nicht mit Lesen oder Fernsehen. So ist das Neujahrskuchen-Backen in den Herbst- und Wintermonaten durchaus eine willkommene Abwechslung.

Im vergangenen Jahr hat Martha Stamer zwei bis drei Backeisen verbraucht; in diesem Jahr steht wiederum bereits das dritte Exemplar auf dem Tisch. „Mein Neffe hat schon gesagt: ,Du musst dir auch was für den Sommer suchen‘“, scherzt die Hobby-Bäckerin über ihren Zeitvertreib. Mehr wolle sie in diesem Winter aber nicht backen. „Einmal muss Schluss sein. Etwas will ich mich ja auch mal ausruhen“, sagt Martha Stamer. Das hat sie sich redlich verdient.

Zur Sache

Neujahrskuchen sind nicht nur zum Jahreswechsel ein Genuss, in vielen Familien stehen sie schon in der Adventszeit auf dem Kaffeetisch. Bekannt ist das süße Gebäck daneben noch unter weiteren Bezeichnungen: Neujahrshörnchen, Krüllkuchen, Klemmkuchen, Eiserkuchen oder Piepkuchen. Auf Plattdeutsch heißen die dünnen und knusprigen Hörnchen Rullerkes, Neeijahrskook oder Krüllkoken, die gerne mit geschlagener Sahne serviert werden. Die Zutaten für den Teig variieren, mal wird Anis, Zimt oder Kardamom zugegeben. Wer für den Neujahrstag noch eine Leckerei zaubern möchte, hier ein Rezept (reicht für etwa 60 bis 70 Stück):

Zutaten: 500 ml Wasser, 250 g Zucker, 2 Pck. Vanillezucker, 250 g Butter, 375 g Mehl, 3 Eier, Anis.

Zubereitung: Wasser mit Zucker und Butter zum Kochen bringen, Masse abkühlen lassen, nach und nach Eier, Mehl und Vanillezucker unterrühren, Anis hinzugeben. Teig mit Kelle ins Waffeleisen geben. Waffeln mit leichter Bräunung entnehmen und heiß aufrollen.


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