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"Sohn des Grönegaus" Und plötzlich kam die Gänsehaut - Film über Wilhelm Fredemann

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Neuenkirchen. Die Biografie Wilhelm Fredemanns (1897–1984) als Film – mit Originaltönen des bekannten Neuenkirchener Pädagogen und Schriftstellers, der sich bleibende Verdienste um den Erhalt der niederdeutschen Sprache erworben hat? Noch bis vor wenigen Jahren hätten das die Verantwortlichen des Heimatvereins Neuenkirchen für unmöglich gehalten.

Dank einer wahren ehrenamtlichen Kraftanstrengung von Annelie Buddenbohm, Karin Helle, Wilfried Buddenbohm und Gerhard Stechmann sowie einer professionellen Begleitung des Projektes durch eine Filmproduktionsgesellschaft aus Altenmelle, die modernste Video- und Schnitttechnik einsetzte, entstand jetzt eine eindrucksvolle DVD über Leben und Werk einer der berühmtesten und bedeutendsten Persönlichkeiten Neuenkirchens. „Wilhelm Fredemann – Ein großer Sohn des Grönegaus“ lautet der Titel der gut 20-minütigen Dokumentation, die in Kürze auf den Markt kommen soll.

Der Stein zur Produktion des Films kam ins Rollen, als die Erwin-Niehaus Stiftung – gegründet von einem ehemaligen Schüler Fredemanns – dem Heimatverein Ende 2010 einen namhaften Betrag mit der Maßgabe zur Verfügung stellte, „das Geld im Sinne Fredemanns zu verwenden“, wie Vorsitzender Wilfried Buddenbohm erläuterte.

Bereits kurz darauf liefen die Arbeiten zur Produktion der DVD an: Fredemann-Biograf Gerhard Stechmann sichtete vorliegende Materialien und verfasste das Drehbuch, Karin Helle brachte das Manuskript mit dem Computer in die korrekte Form – und Wilfried Buddenbohm fungierte als Koordinator, bei dem alle Fäden zusammenliefen. Ganz wichtig: Mit Annelie Buddenbohm stand eine versierte Sprecherin zur Verfügung, die ebenfalls maßgeblich am Gelingen der DVD beteiligt war.

„Erleichtert wurde unsere Arbeit dadurch, dass bereits ein Diavortrag über Fredemann und seine Biografie vorlagen“, berichtet Wilfried Buddenbohm. Trotzdem stellte die DVD „keinen Abklatsch des bereits Veröffentlichen dar“. Denn: In die Produktion flossen etliche bislang unveröffentlichte Aufnahmen aus dem Privatarchiv der Nachfahren ein, darunter Fotos aus Fredemanns Studentenzeit, von seiner Hochzeit und von seiner noch jungen Familie.

Als Glücksfall ist es einzustufen, dass Vorstandsmitglied Christian Hoffmeister Tonbandaufnahmen von Lesungen des Autors vorlagen. Und es versteht sich von selbst, dass ein Teil dieser „O-Töne“ mit in die Produktion einfloss – mit dem einst von Wilhelm Fredemann zu Gehör gebrachten Gedicht „De Dage glieht ut use Tiet ...“ Ein Vortrag, der während der Uraufführung der DVD bei einigen Zuschauern für Gänsehaut sorgte.

Aber nicht nur der Schriftsteller ist auf der DVD zu hören. So kommt in dem Film auch Annemarie Schmidt zu Wort, die unter anderem über den Widerstand ihres Vaters gegen die Gestapo spricht, während Bürgermeister André Berghegger auf Wilhelm Fredemann als Ehrenbürger der Stadt eingeht.

Auch der Vorsitzende des Heimatbundes Osnabrücker Land (HBOL), Jürgen-Eberhard Niewedde, äußert sich zu dem weithin geschätzten Autor, der dem „Plattdeutsch-Oscar“ des Osnabrücker Landes seinen Namen gab: dem Wilhelm-Fredemann-Gedächtnispreis, der alljährlich für besondere Verdienste um den Erhalt der niederdeutschen Sprache verliehen wird.

Was der DVD eine ganz besondere Note verleiht: Neben Rektorin Sandra Apeler wurden auch Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Fredemann-Realschule aktiv in das Projekt einbezogen – als Darsteller in Wilhelm Fredemanns Persiflage auf Anglizismen „Nicht in“.


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