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Manchmal war die Kneipe einfach wichtiger Sommertour: Als der Steinbilder Friseur nicht fertig wurde

Von Stefan Prinz

Kluse. Früher gab es in Steinbild einen Friseur namens Karl Husmann, der im gleichen Haus auch eine Kneipe betrieb. „Das war ein lustiger und geselliger Mann“, erinnern sich die älteren Steinbilder gerne zurück.

Als Friseur hatte er jedoch einen großen Nachteil. „Wir saßen beim Haareschneiden“, sagt Wilhelm Sievering, und warteten darauf, dass der Friseur seine Arbeit zu Ende brachte. Das wurde aber zu einem Problem, sobald sich die Tür zur Kneipe öffnete und ein Gast den Schankraum betrat. Dann legte nämlich Karl Husmann seine Schere zur Seite, ging hinter den Tresen und schenkte ein gut gezapftes Bier aus. Aus der kurzen Pause ist dann aber öfters auch mal ein zweites, drittes oder viertes Bier geworden. „Und wir saßen mit halb geschnittenem Kopf immer noch im Frisiersalon“, erinnert sich Sievering mit einem Lachen. „ Manche sind dann halb fertig einfach gegangen.

Allerdings ist nicht überliefert, ob der übliche Preis für einen Haarschnitt von 50 Pfennigen in diesen Fällen auch vom Friseur halbiert wurde.

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