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Mit viel Liebe zum Detail Familientag zum Thema Inklusion in der Dreifachsporthalle

Von Uwe Helmut Grave

<em>Gemeinsam</em> die Hindernisse überwinden: Rosi Jaroschek (ganz links), das Team von der Awo-Kindertagesstätte (mit schwarzen T-Shirts) und die Kinder schafften den aufgebauten Parcours spielend.Foto: Ulrike HavermeyerGemeinsam die Hindernisse überwinden: Rosi Jaroschek (ganz links), das Team von der Awo-Kindertagesstätte (mit schwarzen T-Shirts) und die Kinder schafften den aufgebauten Parcours spielend.Foto: Ulrike Havermeyer

Westerkappeln. Fair Play praktizieren, mit Unterschieden umgehen, Gefühle ausleben und meistern: „Sport ist das optimale Medium, um inklusiv zu arbeiten und sozial zu lernen“, hatte Sportpädagoge Dr. Axel Kreutzer in seinem Vortrag (wir berichteten) betont. Die Kooperationspartner THC Westerkappeln und die Praxis Dialog hatten mit Unterstützung der Awo-Kita am Wochenende zu einem offenen Familientag in die Dreifachsporthalle eingeladen.

Wer das inklusive Angebot nutzte, konnte auf Rollen, auf Rädern, in Turnschuhen oder barfuß der Frage nachgehen, ob demnach Sportvereine der Schlüssel zu einem gleichberechtigten Miteinander sein können.

Mit viel Fantasie, langjähriger Erfahrung in der Sache und Liebe zum Detail hatten die Organisatoren einen attraktiven Hindernisparcours aufgebaut – bunt und abwechslungsreich gestaltet. Da galt es riesige Mattentunnel zu durchfahren, Rampen zu überwinden, Seilbrücken zu erklimmen, schwankende Ebenen zu entern oder zielgenau wahlweise einen der grellgelben Kegel oder das Handballtor zu treffen.

„Wir wollen mit dieser Aktion zeigen, dass wir uns als Verein allen öffnen“, erklärt Rosemarie „Rosi“ Jaroschek, beim THC zuständig für den Breiten- und Behindertensport. „Unsere Angebote richten sich an alle Menschen – mit und ohne Einschränkungen.“

Ganz selbstverständlich daher, dass viele der Stationen auch mit dem Rollstuhl zu durchfahren waren. An anderer Stelle waren Geschicklichkeit, Gleichgewicht, ein ruhiges Händchen oder ein sanfter Fuß gefragt – und zwischendurch, angenehm unaufdringlich, ein waches Auge auf den Anderen: Denn der zentrale Gedanke, dass Inklusion und soziales Lernen Hand in Hand gehen müssen, wird im Sport besonders greifbar: Beim Klettern braucht derjenige, der die wackeligeren Beinen hat, jemanden, der einen festen Halt bietet. Rollstühle müssen mit helfenden Händen die Rampe hochgeschoben, Rollbretter um die Kegel herum gelotst werden.

Und ganz nebenbei stellten schließlich alle Beteiligten fest, dass ihnen dieser inklusive Familientag so richtig Spaß gemacht hat.

Können Sportvereine also der Schlüssel zu einem gleichberechtigten Miteinander sein? Die Antwort des THC Westerkappeln ist ein klares „Ja“!