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Margriet und Ronny Blokzijl züchten Kamele auf dem Hof Schrage in Menslage Schon Kleopatra badete in Kamelmilch

Von Alexandra Lüders

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alü Menslage. Wer kennt sie nicht, die Bilder lasttragender Kamele, die sich nach einem Marsch durch die Wüste bäuchlings in den heißen Sand legen? Warum sie dies unbeschadet tun können, das wissen Margriet und Ronny Blokzijl vom ehemaligen Hof Schrage am Sachsenweg ebenso gut wie viele andere interessante Dinge über die „Wüstenschiffe“ des Orients. Die beiden wollen hier die zweite Kamelmolkerei Europas gründen und damit einen Traum verwirklichen. Die ersten Dromedar-Damen haben bereits ihr Quartier bezogen und erwartenan den Tagen des offenen Denkmals/Kulturschatz Artland live die erstenGäste.

„Es war Liebe auf den ersten Blick“, erzählt die 28-jährige Margriet Blokzijl, wie ihre Leidenschaft für Kamele während eines Praktikums im Internationalen Camel Centre in Israel erwachte. Dort erfuhr sie von Prof. Dr. Yagil Reuven von der heilsamen Wirkung der Kamelmilch und ihrer Produkte.

Drei Jahre später lernte sie ihren Mann Ronny (30) kennen. Das Paar unternahm mehrere Arbeitsbesuche auf der Kamelmolkerei in Cromvoort (NL) und auf dem Kamelhof Rotfelden im Schwarzwald, woher auch ihre beiden ersten eigenen Dromedare Basima und Marilyn stammen.

Vor zweieinhalb Jahren stießen die jungen Niederländer auf den Hof Schrage in Menslage, in den sie sich schon beim ersten Mal „verguckt“ haben. Sie folgten damit dem Beispiel von rund 30000 Landsleuten, die nach Deutschland umsiedelten. „Wir haben uns hier richtig gut eingelebt und genießen die gute Nachbarschaft. Der Stall ist für die ersten Tiere vorbereitet, und das Fachwerkhaus wird derzeit von Steffen Diersing und Horst Ubben restauriert. Unser langfristiges Ziel ist es, 25 Kamele zu halten und ihre Produkte wie Milch, Joghurt, Eis, Buttermilch, Hautcremes und Seife zu vertreiben.

Es sollen auch Kamelreiten, Bed & Breakfast und vielleicht eine tiergestützte Therapie angeboten werden. Auch ein Souvenirladen und diverse touristische Arrangements seien angedacht. „Kamelmilch ist lecker und gesund“, meint Tierarzthelferin Margriet, die sich über die positive Wirkung von Kamelmilch informiert hat.

Ihr niederländischer Kollege Frank Smits hat zusammen mit dem Krankenhaus „De Gelderse Vallei“ in Ede und der Universität in Wageningen ein Forschungsprojekt gestartet. Von den Ergebnissen wollen auch die Menslager zukünftig profitieren.

Ihre beiden dreijährigen Dromedare fühlen sich schon nach wenigen Tagen im Artland heimisch, fressen genüsslich das frische Gras auf der Weide und laben sich an Heu und Stroh in ihrem artgerecht umgebauten Stall.

Margriet und Ronny freuen sich schon auf die ersten Kamelbabys auf dem eigenen Hof. Denn 2011 kommen noch zwei trächtige Kamelstuten dazu. Sie wiegen 600 bis 700 Kilogramm, haben ein Höckermaß von etwa 2,50 Meter und geben durchschnittlich sechs Liter Milch pro Tag.

An den Tagen des offenen Denkmals kann sich jeder selbst von den Qualitäten der Kamele überzeugen. Nebenbei gibt es Führungen, eine Handwerkerpräsentation und holländische Spezialitäten. Weitere Infos unter Telefon 05437/2559014.


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