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Übung für dne Notfall Die Bramscher Nachrichten kommen an – ganz sicher

Von Holger Schulze

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<em>Wer die Technik beherrscht,</em> ist schnell wieder aus dem Schwitzkasten heraus. Anton Peter, links im Bild, zeigte den Zustellern, wie das funktioniert. Foto: Holger SchulzeWer die Technik beherrscht, ist schnell wieder aus dem Schwitzkasten heraus. Anton Peter, links im Bild, zeigte den Zustellern, wie das funktioniert. Foto: Holger Schulze

Pente. Ausrutschen auf Glatteis, Stolpern über Hindernisse, Stürze mit dem Fahrrad und Angriffe von Hunden oder Menschen gehören zum Glück nicht zu den regelmäßigen Erlebnissen im Arbeitsalltag eines Zeitungszustellers. Aber es gibt sie eben doch. Um sich für diese Fälle zu wappnen, hat eine Gruppe von Zeitungszustellern des Medienvertriebs Nord bereits 2011 ein Sicherheitstraining absolviert. Eingeladen von der Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse, fand im Kaffeehaus Penterknapp nun ein Auffrischungs- und Aufbaukurs statt.

Abgehalten von den beiden Polizeibeamten Günter Freudenthal und Anton Peter, wurden zunächst die Auswirkungen der ersten Schulung reflektiert. Danach folgten im Wechsel Theorie und praktische Übungen, um das damals Gelernte aufzufrischen und zu erweitern.

Resolutere Stimme, gekonnteres Fallen und ein besserer Blick für eventuelle Gefahrensituationen – es war doch einiges, das den 26 Zeitungsboten aus Osnabrück und dem Landkreis aufgrund des ersten Seminars im Berufsalltag weiterhelfen konnte. „Positiv war, dass man Abwehrtechniken gelernt hat und man frühzeitiger die Gefahren erkennt und damit klarkommt. Die Schulung gab mir Selbstsicherheit“, berichtete Ilona Wedig-Euler im Aufbaukurs.

Zweimal sei sie bereits angegriffen worden, erzählte die Zustellerin aus Rieste. Einmal bremste sie ein Autofahrer aus und wollte in ihren Wagen eindringen. Ein anderes Mal drohte ihr auf der morgendlichen Tour ein Mann damit, sie umbringen zu wollen.

Das sind sicherlich extreme Erfahrungen. Die Trainer im Kurs ließen es lockerer angehen. Gleichgewichtsübungen für den sicheren Stand und das Gehen auf Blitzeis standen im ersten Teil des Aufbaukurses an. Kleine und doch wirksame Übungen, die jeder Zusteller auch in seine Tour einbinden kann, wurden von Günter Freudenthal und Anton Peter vorgeführt. In den Theorieteilen ging es erneut um das Notwehrrecht, aber auch um die Sicherheit des Fahrrades.

Für den Fall, dass es einmal aufgrund von unerkannten Hindernissen, Glatteis oder beim Fahrradfahren zum Verlust des Gleichgewichts kommen sollte, zeigten Freudenthal und Peter Falltechniken, mit denen wenigstens die Sturzfolgen abgefedert werden können.

„Wenn ich körperlich unterlegen bin, muss ich irgendwann zuschlagen“, lautete einer der Ratschläge, den die Polizisten aus Süddeutschland für den Ernstfall parat hatten. Die Zusteller trainierten Techniken deshalb auch mit praktischen Übungen. Der Tritt gegen das Knie eines Angreifers, Knie- und Ellenbogenstöße bis hin zu Schlagkombinationen gegen „effektive Körperziele“ müssen geübt sein.

Selbst beim Einsatz von Pfefferspray oder einer Zeitung als Waffe gibt es Dinge zu beachten, die nicht geläufig sind und der Erläuterung bedürfen. Wie schnell es für Angreifer ungemütlich werden kann, war bei der Vorführung einer Befreiungstechnik zu sehen, die innerhalb weniger Augenblicke das Herauskommen aus einem Schwitzkasten ermöglicht und den Angreifer in die Rolle des Unterlegenen versetzt. Rollenspiele vor laufender Kamera mit anschließender Analyse zählten zu den weiteren Unterrichtseinheiten des Sicherheitstrainings für Zeitungszusteller.


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