zuletzt aktualisiert vor

Renntag auch Schaufenster für nostalgische Karossen „Mercedesse der alten Zeit“

Von Alexandra Lüders

Engagiert: Heino Rüter betreut seit Jahren die Kutschen beim Renntag. Foto: Alexandra LüdersEngagiert: Heino Rüter betreut seit Jahren die Kutschen beim Renntag. Foto: Alexandra Lüders

alü Quakenbrück. Alljährlich ist das Quakenbrücker Pferderennen auch ein Schaufenster für edle Pferde und nostalgische Karossen. Denn der malerische Kutschenkorso hat gegen 15 Uhr seinen Auftritt. Eine lieb gewonnene Tradition, die auch der Kutschenexperte des Artländer Rennvereins von 1902, Heino Rüter, nicht missen möchte. Im Hintergrund zieht er die Drähte für den großen Renntag am 5. September im Hasepark.

Ja, die „Mercedesse der alten Zeit“ sind Heino Rüter in 18 Jahren ans Herz gewachsen, sodass der gelernte Zimmermann nicht davon lassen kann. Vielleicht ist da eine Seelenverwandtschaft mit den Stellmachern, die diese Karossen hergestellt haben. Auf jeden Fall ist da aber eine enge Verbundenheit mit dem Rennverein. Auch wenn der Quakenbrücker seit einem Jahr in Heiligenhafen lebt

. „Meine Kutschenära begann bei Reinhard Scholz in der Werkstatt. Dort erhielt ich die Adressen und Telefonnummern von zehn Kutschenfahrern. So bin ich eingestiegen und habe inzwischen 50 Teilnehmer in meinem Fundus“, erinnert sich Rüter. Von Anfang an ging es ihm darum, gut restaurierte Karossen und eine Vielfalt an Pferderassen zu präsentieren. Dafür musste er sich in der Szene umsehen, Schauen besuchen und neue Menschen kennenlernen. Über eine Zeitschrift lernte er die Lewitzer Schecken und ein Knappstrupper Gestüt kennen. Eine richtig gute Beziehung hat er inzwischen zu seinen Stammgästen wie Manfred Heimbrock, Josef Hackmann-Münzebrock, Hubert Trenkamp, Dr. Rothert (Nortrup), Reinhard Heeke und Horst Dallmann

. „Da haben sich Freundschaften entwickelt. Wir führen mehrstündige Telefonate, wo man über Gott und die Welt spricht. Zum Renntag würden sie am liebsten alle wiederkommen“, freut sich Rüter. Mittags treffen die Kutschfahrer ein, striegeln ihre Pferde und machen noch einmal die Bremskontrolle. „Ich lege großen Wert auf gute Planung, Sicherheit und richtiges Timing. Im Finale fahre ich immer eine Ehrenrunde mit. Das hat was. Die Fahrer stecken viel Herzblut in ihre Pferde und Kutschen“, weiß Rüter um den großen Aufwand der Teilnehmer. Belohnt werden sie mit einem gefüllten Präsentkorb, den er gern persönlich überreicht.

In diesem Jahr hat er wieder einige Highlights im Programm. Mit von der Kutschpartie werden ein Wagen mit alten Instrumenten sowie eine von der Quakenbrücker Firma Tornow (heute Fotoexpress Zientarra) gebaute Artländer Chaise von 1903 sein. Unterstützt wird Rüter von seiner Frau Annegret und Tochter Janna, die auch im Rennverein engagiert sind.