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Salate, Kohl und Wirsing geklaut „Das ist kein Mundraub mehr“

Von Norbert Wiegand

Sauber abgetrennt mit glattem Messerschnitt: Sonja und Hermann Finkemeyer und Änne Büscher wurden große Mengen Gemüse aus ihren Gärten geklaut. Foto: Norbert WiegandSauber abgetrennt mit glattem Messerschnitt: Sonja und Hermann Finkemeyer und Änne Büscher wurden große Mengen Gemüse aus ihren Gärten geklaut. Foto: Norbert Wiegand

nw Riemsloh. Von einem äußerst ominösen Gemüseklau sind zwei Privatgärten an der Riemsloher Ratsherrenstraße betroffen. In den Nächten zum Donnerstag, 7. Oktober, und zum Montag, 11. Oktober, wurden Salatköpfe, Porree, Fenchel, Rote Bete und Rotkohl fachmännisch von Unbekannten von den Pflanzen abgetrennt und aus den beiden benachbarten Gemüsegärten entwendet.

Acht Salatköpfe, 15 Rote Bete, viele kleine zarte Kohlrabi und acht Kohlköpfe fehlten allein in den auf einer leichten Erhöhung gelegenen Gemüsebeeten von Änne Büscher. Noch größer waren die Verluste der Nachbarn Sonja und Hermann Finkemeyer, die außerdem Lücken in ihren Porree-, Wirsing-, Rotkohl- und Fenchelreihen vorfanden.

„Der Dieb muss in den beiden Nächten eine gehäufte Schubkarre voll Gemüse abgefahren haben“, meinte Hobbygärtner Hermann Finkemeyer mit einem immer noch ungläubigen Staunen auf dem Gesicht.

„Das ist kein Mundraub mehr“, ärgerte sich Änne Büscher. Die geklaute Menge ist selbst für eine große Familie mehr als ein Ein-Wochen-Vorrat. Da von allen Gemüsesorten genau die schönsten Exemplare mitgenommen wurden, vermuten die Bestohlenen einen sachkundigen Gemüsedieb, der ganz überlegt vorgegangen ist. Er hat mit glatten Messerschnitten stets die leckersten Pflanzenteile sauber herausgetrennt und die weniger guten Reste samt Strünken zurückgelassen.

Nicht brauchbare Pflanzenteile hat der nächtliche Besucher ebenfalls ordentlich von den Pflanzen entfernt und die Abfälle auf dem Gartenland verteilt. Herausgezogene Karotten waren ihm wohl nach eingehender Betrachtung noch zu klein, diese hat er dann wieder in der Möhrenreihe abgelegt.

Die Anwohner der Ratsherrenstraße und die Polizei rätseln, welche Täter in Betracht kommen könnten. „Das sieht nicht nach einem Dummejungenstreich aus, der Dieb muss eine Vorliebe für gesundes frisches Bio-Gemüse haben“, mutmaßt Finkemeyer. Denn konventionelles Gemüse der Saison gibt es derzeit überall preiswert zu kaufen.

Verständlicherweise ärgern sich die Gartenfreunde. Sie haben vom Säen, Pflanzen, Vereinzeln und Hacken bis zum Gießen im Sommer viel Arbeit in ihre qualitativ hochwertigen Gartenfrüchte gesteckt. Änne Büscher: „Von Obstbäumen am Straßenrand gebe ich gerne etwas ab und auch von meinem Gemüse, wenn ich von Bedürftigen danach gefragt werde. Aber dass wir unser Gemüse künftig mit Stolperdrähten und Fallgruben vor menschlichen Dieben schützen müssen, das hätten wir noch vor einer Woche nie für möglich gehalten, und das macht uns sehr traurig.“