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Umzug und Sanierung sind zwei Optionen Quakenbrück: Bald wieder Proben in der Theaterwerkstatt?

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Stefan Heil Foto: Christian GeersStefan Heil Foto: Christian Geers

Quakenbrück. Die Zukunft der Theaterwerkstatt ist zurzeit ungewiss. Zur Diskussion stehen eine Sanierung des Vereinshauses in der Bahnhofstraße und ein Umzug des 1985 gegründeten Quakenbrücker Kulturvereins in den Bahnhof. „Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollte eine Lösung gefunden werden“, sagt Vereinsvorsitzender Stefan Heil im Interview mit dem „Bersenbrücker Kreisblatt“. Dassei auch der Wunsch der Mitglieder.

Herr Heil, seit Anfang Juni ist die Theaterwerkstatt heimatlos. Ist in Ihrem Gebäude in der Bahnhofstraße tatsächlich der letzte Vorhang gefallen?

Sagen wir es so: Der Ausgang ist noch ungewiss. Wir befinden uns zurzeit in konstruktiven Gesprächen mit der Stadtverwaltung. Die sind ergebnisoffen. Zusammen erarbeiten wir Lösungsvorschläge und Alternativen...

Es geht also um eine Sanierung des bestehenden Gebäudes und einen Umzug in den Bahnhof, der ja als „Kulturbahnhof“ genutzt werden soll?

Ja. Ob wir nun in den Bahnhof umziehen oder aber die bisherige Spielstätte saniert wird, ist eine Sache der Kommunalpolitiker. Die müssen darüber entscheiden. Alle Mitstreiter der Theaterwerkstatt wünschen sich, dass sie möglichst zeitnah ein festes Zuhause bekommen, und Räume, in denen die Identität des Vereins erhalten bleibt.

Welche Mängel hat die Bauaufsicht festgestellt?

Die Bauaufsicht des Landkreises Osnabrück hat im Mai nach einer Begehung Mängel beim Brandschutz und bei der Statik der Decke festgestellt. Wir haben uns deshalb aus Sicherheitsgründen entschieden, hier keine weiteren Aufführungen zu veranstalten. Der Verein hätte bei Proben und Veranstaltungen Auflagen erfüllen und im Falle eines Schadens selbst haften müssen. Zum Beispiel hätte bei jeder Veranstaltung die Feuerwehr vor dem Haus stehen müssen – als Brandsicherung. Für uns ging die Sicherheit vor.

Kostüme, Kulissen und Requisiten – wo ist das alles gelagert?

Die haben wir auf Keller, Garagen und Häuser unserer Mitglieder verteilt. Danach haben wir begonnen, die Theaterwerkstatt teilweise zu entkernen: Umkleide- und Schminkraum haben wir abgebaut, die Holzverkleidung entfernt. Auch die komplette Scheinwerferanlage an der Decke wurde abgenommen, weil diese für die Belastung nicht ausgelegt sei, so der Landkreis. Unser Ziel ist, den Raum wenigstens für Proben unserer Kinder- und Jugendtheatergruppe und des Ensembles nutzen zu können.

Wie steht es um das Bemühen?

Nach einem erneuten Ortstermin hat die Bauaufsicht des Landkreises Osnabrück mündlich zugesagt, dass der Probenbetrieb in der Theaterwerkstatt wieder möglich sei. Zurzeit warten wir auf den schriftlichen Bescheid. Das würde dem Verein schon helfen. So könnten unsere Gruppen wieder proben.

Noch einmal zum Projekt „Kulturbahnhof“: Könnten Sie sich den Bahnhof auch als neue Heimat vorstellen?

Sicher. Wie gesagt: Der Theaterwerkstatt liegt daran, gemeinsam mit der Stadtverwaltung zeitnah eine zukunftsfähige Lösung zu finden. Der Bahnhof bietet ansprechende Räume. Da muss man schauen, welches Nutzungskonzept möglich ist. Wichtig ist, dass dieses von einem Verein und seinen Ehrenamtlichen mitgetragen werden kann.

Sie können sich aber auch eine Sanierung der bisherigen Theaterwerkstatt vorstellen?

Ja, wenn diese ebenfalls zukunftsfähig und nachhaltig ist. Das heißt, nicht nur die festgestellten bautechnischen Mängel wären zu beheben, sondern auch die Erneuerung der Toilettenanlage müsste erfolgen. Wie gesagt, wir brauchen zeitnah eine Lösung.

Was heißt zeitnah?

Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollte eine Lösung gefunden werden.

Warum?

Pro Jahr bietet die Theaterwerkstatt etwa 30 Veranstaltungen an. Wenn wir diese jedes Mal an anderen Standorten veranstalten, ist das mit einem ungeheuren Aufwand verbunden: Kulissen, Technik, Ausstattung – alles muss von den ehrenamtlichen Kräften hin und her transportiert werden. Für einen kurzen Zeitraum kann das Suchen neuer Aufführungsorte durchaus belebend sein, auf lange Sicht aber nicht. Das würde alle Ehrenamtlichen ziemlich strapazieren.

Was ist das Besondere an den Veranstaltungen der Theaterwerkstatt?

Vielleicht, dass wir kein Programm mit Event-Charakter anbieten. Bei uns treten das Kinder- und Jugend- sowie das Amateur-Ensemble auf. Daneben gibt es Gastspiele von begabten Künstlern, die nicht zu den Stars zählen, die jeder aus Radio und Fernsehen kennt. So ein Programm mit der Alltagskultur im Mittelpunkt zieht ja nicht Massen von Zuschauern an. Für uns ist immer wichtig, dass die Veranstaltungen kostendeckend sind. Und: Ohne das Zupacken der Mitglieder geht es nicht.

Informationen im Internet:www.theaterwerkstatt-quakenbrueck.de


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