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Grundeigentümer spielten mit Violenbach darf sich wieder winden

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<em>Mit seinem Trecker</em> fährt Sebastian Loh durch die Furt. Sie erspart ihm lange Umwege zu seinen Wiesen auf der anderen Bachseite. Foto: Norbert WiegandMit seinem Trecker fährt Sebastian Loh durch die Furt. Sie erspart ihm lange Umwege zu seinen Wiesen auf der anderen Bachseite. Foto: Norbert Wiegand

Melle/Riemsloh. Das Ergebnis dieser kleinen Flurbereinigung kann sich sehen lassen: Jetzt präsentiert sich der Violenbach im Grenzgebiet von Gerden und Westendorf mäandrierend und durchgehend ohne störende Stauwerke. Außerdem wurden die Ufer des Gewässers naturnah gestaltet. Die Kosten für diese Maßnahme beliefen sich auf rund 116000 Euro.

„Die Durchgängigkeit des Violenbaches war im Verfahrensgebiet durch eine vorhandene Stauanlage im Bereich der Kohmühle unterbrochen“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, Thomas Große-Johannböcke, am Donnerstag zum Abschluss des Projektes. Außerdem habe die bisherige Gewässerführung im Bereich des Allerbaches bei starkem Regen immer wieder zu Hochwasserproblemen geführt. Hier wurde ein vorhandener Düker den Wassermengen angepasst. Deshalb war auch die Stadt mit 5000 Euro in das Vorhaben mit eingestiegen.

Bereits im Jahre 2008 war das „beschleunigte Zusammenlegungsverfahren Kohmühle“ eingeleitet worden. Das Vorhaben hatte die Bereitstellung der notwendigen Flächen und die Verlegung und naturnahe Umgestaltung des Violenbaches zum Ziel. Es umfasst Grundbesitz von insgesamt rund 23 Grundeigentümern. 13 davon waren direkt betroffen.

Durch Aufgabe des Staurechtes an der Kohmühle und Verschwenkung des Fließgewässers in südliche Richtung konnte die Durchgängigkeit des Violenbaches hergestellt werden. Dabei wurde der neue Gewässerverlauf in einer Mäanderform und naturnah angelegt.

„Anstelle einer kostenaufwendigen Brücke wurde für Kühe und landwirtschaftliche Fahrzeuge eine Furt angelegt“, berichtete Große-Johannböcke. Kühe überqueren dort nun das Gewässer, um angrenzende Grünlandflächen zu beweiden. „An den ersten beiden Tagen standen die Tiere nervös trippelnd an der Furt, aber jetzt waten sie fast schon begeistert durch das flache Wasser“, gab Große-Johnnböcke die Beobachtungen des Landwirts wieder.

Die Kosten der Flurbereinigung summierten sich auf 116000 Euro. Die Maßnahmen wurden zu 70 Prozent mit Agrarstruktur-Mitteln vom Land gefördert. Die verbleibenden Eigenleistungen wurden aus privater Hand und mit den erwähnten 5000 Euro der Stadt finanziert.

Außerhalb dieser Maßnahme war schon zuvor ein wichtiger Schritt zur Renaturierung des Bachs getan worden: Mit dem Abriss der Schwanemühle am Maschweg/Segelfliegerweg hatte der neue Privateigentümer des Geländes auf eigene Kosten auch das frühere Stauwehr der Mühle entfernen lassen.

Ein Sprecher des zuständigen Landesamtes dankte namentlich Große-Johannböcke und dem Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes 29 Else, Udo Fronzek, für ihr Engagement. Lob erhielten aber auch die betroffenen Grundeigentümer. Erst sie hätten durch die Abgabe von Flächen die naturnahe Umgestaltung des Violenbaches überhaupt möglich gemacht.


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