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Für den Bund mit Gott Evangelisch-christliche Gemeinde tauft Erwachsene im Campingplatzsee in Kalkriese

Von Holger Schulze

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<em>Mit 61 Jahren</em> empfing Galina Holderbein von Ulrich Rabenstein die Taufe im Campingplatzsee. Foto: Holger SchulzeMit 61 Jahren empfing Galina Holderbein von Ulrich Rabenstein die Taufe im Campingplatzsee. Foto: Holger Schulze

Kalkriese. „Weil ich mich mit Gott verbinden will“, lautete das Motiv von Galina Holderbein, sich am Sonntag im Campingplatzsee von Kalkriese zeremoniell untertauchen zu lassen. Gemeinsam mit vier weiteren Gläubigen empfing die 61-Jährige bei der Wassertaufe der Freien evangelisch-christlichen Gemeinde „Botschaft Gottes Bramsche“ von Copastor Ulrich Rabenstein die Erwachsenentaufe.

Rund 50 Mitglieder umfasst die kleine Gemeinde, deren Versammlungsort sich normalerweise am Lutterplatz befindet. Etwa drei Viertel ihrer Mitglieder sind Russlanddeutsche. Die anderen Gläubigen stammen von hier.

Getauft wird von der Religionsgemeinschaft, die ihren ursprünglichen Stammsitz in Kiew hat, ganz bewusst nur im Erwachsenenalter. Mindesten 14 Jahre alt soll der Täufling sein.

Nach einer freien Willensentscheidung, die eben ein gewisses Alter voraussetzt, vollzieht sich das Taufritual in zwei Schritten. „Der erste Schritt ist die Bekehrung und die Bitte um Sündenvergebung“, wie Ulrich Rabenstein in einem Vorgespräch erläuterte.

Ist dieser erste Schritt, einhergehend mit etwas Bibelunterricht, vollzogen, kann es zur Wassertaufe kommen. „Schritt zwei beinhaltet das Versprechen vor Gott, nach dem Willen Jesu zu leben, das heißt, den Nächsten zu lieben wie sich selbst“, so Ulrich Rabenstein weiter.

„Arbeit am Charakter, Hilfsbereitschaft für die Mitmenschen und die freiwillige teilweise Abkehr vom Weltlichen sowie die Ehrung der Familie“ sind nach der Taufe dann laut Ulrich Rabenstein die weiteren Aufgaben und Ziele im Leben des Getauften.

Die Gemeinde selbst unterstützt deshalb zwei Rehabilitationseinrichtungen für Drogenabhängige in Kassel und Berlin.

Die näheren Inhalte der Zeremonie erklärte vor der Taufe Alexej Fehl den Gemeindemitgliedern sowie den Zuschauern.

Durch die Wassertaufe werde „der Bund mit Gott geschlossen“. Sie ist aber auch gleichzeitig „eine Beerdigung des persönlichen Ichs und eine Auferstehung als neuer Mensch im geistlichen Sinne“. All dies geschehe mit dem Ziel „bei Gott zu sein und ewiges Leben zu haben“, sagte Alexej Fehl.

Angeführt von Galina Holderbein, begaben sich die Täuflinge anschließend einer nach dem anderen über eine Treppe in den Campingplatzsee, um dort ihren Bund mit Gott zu besiegeln.


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