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Bürgermeister geht baden Bei der Eröffnung vor 40 Jahren bricht im Ueffelner Freibad gleich die Rutsche

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Ueffeln. Am 17. und 18. August wird in Ueffeln der 40. Geburtstag des Freibads gefeiert. „Das Programm tragen wir zurzeit noch zusammen“, sagt Jörg Kampmeyer, Bäder-Abteilungsleiter bei den Stadtwerken Bramsche. Vor 40 Jahren sorgte unter anderem Bramsches Bürgermeister Lothar Lewandowsky für eine besondere Unterhaltung.

Bei seiner Eröffnungsrede hält Lewandowsky die Badesachen noch hinter dem Rücken versteckt. Nach dem offiziellen Teil schwingt er sich dann mit Badehose und Badekappe bekleidet auf die Rutsche. Bei Sportveranstaltungen „habe ich ja allerhand Sachen mitgemacht“, blickt Lewandowsky zurück. In Ueffeln wollte er davon keine Ausnahme machen: „Wenn so etwas ist, was die Bürger interessiert, muss man dabei sein. Warum dann nicht die Badehose anziehen und Show machen? Die Leute hatten ihr Vergnügen“, sagt er heute noch.

Nicht nur das SPD-Urgestein zeigt sich dem Wasser hingezogen. CDU-Fraktionsvorsitzender Günther Kemp beeindruckt die Eröffnungsgäste mit einem Rückwärtssalto vom Drei-Meter-Brett. Das Ueffelner Freibad kann sich inzwischen auf eine breite politische Unterstützung verlassen. Im Vorfeld hat es darüber noch „einige Diskussionen“ gegeben, erinnert sich Lewandowsky. In Bramsche ist die Sorge groß, dass die Stadt nach der kommunalen Gebietsreform den Luxus bezahlen muss, den sich der Ueffelner Gemeinderat leisten will.

„Es hat viel Streit um die Frage gegeben, ob Ueffeln das Freibad braucht oder ob es wieder zugeschoben wird“, erzählt Wilhelm Clausing, früherer Ueffelner Ortsbürgermeister. Nach der Gebietsreform habe sich diese Debatte „durch neue Köpfe in der Kommunalpolitik versachlicht“.

Ueffelner schaffen Fakten

Den Ueffelnern kommt zugute, dass sie frühzeitig „Fakten geschaffen“ haben, wie Clausing berichtet: „Mit großzügiger Unterstützung der Panzertruppe aus Fürstenau“ ist das Becken in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ausgehoben worden. Von den hochtrabenden Plänen, neben dem Freibad ein Erholungsgebiet mit Bungalowkolonie, Campingpark und einem Zeltlager in der nahen Sandgrube zu schaffen, verabschiedet man sich zwar Mitte der 70er-Jahre angesichts der Konkurrenz am Alfsee. Das Freibad ist bis heute geblieben. „Es ist ein schönes Freibad geworden, das sehr gut angenommen wird“, urteilt Lewandowsky heute: „Es war gut, dass das Bad schon vom Rat in Ueffeln beschlossen war und dass die Ueffelner das durchgezogen haben. Es fehlte an einer solchen Einrichtung – warum sollte die nicht in Ueffeln sein?“ Als „absolut positiv“ bewertet Lewandowsky das Bad heute.

750000 D-Mark hat der Bau damals gekostet. „Ein Schnäppchen war es nicht, aber die Baukosten wurden im Wesentlichen eingehalten“, sagt Lewandowsky. Nach der Eröffnung fallen allerdings gleich die ersten Reparaturarbeiten an. „Als der Bürgermeister gerutscht ist, ist die Rutsche am unteren Ende gebrochen. Da gab’s den ersten Schaden gleich am ersten Tag“, sagt Clausing. Die Rutsche sei „ein bisschen instabil“ gewesen – daran kann sich Lewandowsky wohl noch erinnern. An einen Bruch der Rutsche hingegen nicht mehr, „aber wenn Wilhelm Clausing das sagt, dann stimmt das auch“.


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