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„Gesamtkonstellation günstig“ Quakenbrück: Firma PPS Pipeline Systems will vier Hektar großes Lear-Gelände erwerben

Von Christian Geers

<em>Vier Hektar </em>groß ist das Lear-Gelände, das der Rohrleitungs- und Anlagenbauer PPS Pipeline Systems kaufen will. Foto: Christian GeersVier Hektar groß ist das Lear-Gelände, das der Rohrleitungs- und Anlagenbauer PPS Pipeline Systems kaufen will. Foto: Christian Geers

Quakenbrück. Die Firma PPS Pipeline Systems will das etwa vier Hektar große Gelände der Firma Lear Corporation an der Hindenburgstraße erwerben. „Das bietet sich an, so können wir unser Firmengelände arrondieren“, hat PPS-Geschäftsführer Jörn Gaudeck jetzt angekündigt.

Viele Jahre lang waren Rohrleitungs- und Anlagenbauer PPS Pipeline Systems und der Autoteilezulieferer Lear Grundstücksnachbarn. Ende September 2011 vernichtete jedoch ein Großbrand die Produktionshalle der Lear Corporation. Zurück blieben eine ausgebrannte Halle und Mitarbeiter, die vorübergehend einige Monate an anderen Standorten eingesetzt wurden.

Im Februar 2012 entschied die Lear-Konzernleitung jedoch, den Quakenbrücker Standort nicht wiederaufzubauen und die Produktion mitsamt der rund 200 Mitarbeiter nach Osnabrück zu verlagern. Dort, im Stadtteil Fledder und in der Nähe des neuen VW-Werkes gelegen, bezog das Unternehmen eine leer stehende Fabrikhalle . Seither produziert Lear, nach eigenen Angaben der weltweit fünftgrößte Zulieferer für die Autoindustrie, dort Sitze für den Volkswagen-Konzern.

Der Weggang der Firma Lear sei „traurig für die Region“ gewesen, sagt Geschäftsführer Gaudeck. Von seinem Büro im zweiten Stock hat er die Brandruine stets im Blick. Und irgendwann muss ihm die Idee gekommen sein, dass das Lear-Gelände für die Firma PPS Pipeline Systems strategisch gut geeignet ist. „Wir haben zwar keinen Druck, etwas verändern zu müssen, aber die Gesamtkonstellation war günstig“, berichtet Jörn Gaudeck.

Mit anderen Worten: Mit dem Lear-Grundstück bieten sich der Firma PPS gleich mehrere Vorteile: Sie kann sich an ihrem Standort vergrößern und ist nicht mehr auf zwei Flächen auf der anderen Seite der Hindenburgstraße angewiesen. Diese Arrondierung des Firmengeländes, so Jörn Gaudeck, ermögliche auch den Einstieg in neue Fertigungsbereiche.

Die bisherigen Verhandlungen seien sehr konstruktiv gewesen, inzwischen sei mit dem Eigentümer Lear sowie mit der Stadt Quakenbrück und der Samtgemeinde Artland „eine grundsätzliche Einigkeit“ hergestellt worden. Gaudeck: „Der Kaufvertrag soll noch in diesem Jahr unterzeichnet werden.“ Sowohl für Lear als auch für PPS sei damit eine Win-Win-Situation erzielt worden.

Dass es auf dem Lear-Gelände weitergeht, nimmt Stadtdirektor Reinhard Scholz mit Erleichterung zur Kenntnis. Etwas mehr als ein Jahr nach dem verheerenden Feuer gebe es damit eine Zukunft für das Grundstück.

„Das ist für die Stadtentwicklung von großem Vorteil“, kommentiert Bürgermeister Claus Peter Poppe die PPS-Pläne. Frank Wuller, Quakenbrücks stellvertretender Stadtdirektor, wird noch deutlicher: „So bleibt der Stadt an dieser Stelle ein städtebaulicher Missstand erspart.“

Die noch vorhandenen Gebäude wolle die Firma PPS teilweise für ihre Zwecke nutzen, sagt Jörn Gaudeck. Die Außenmauern und die Fundamente der ausgebrannten Produktionshalle seien noch nutzbar, das frühere Bürogebäude müsse zuvor jedoch entkernt werden.