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Hartmut Hellmich setzt auf Solarstrom Landwirt aus Achmer hat Finanzquelle auf dem Dach

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Achmer. „So manche Abenteuer im Vorfeld“ hatte Hartmut Hellmich zu überstehen, bevor er seinen Milchviehbestand im Neubau neben der alten Schule von Achmer einstallen konnte. Viel zu groß sei das Stallgebäude, hätten viele Achmeraner gemeint, erzählt der Landwirt. Dabei ist die Größe weniger dem Flächenbedarf geschuldet als der wichtigsten Einnahmequelle: Auf 26 Meter Dachschräge liegt 120 Meter lang ein Fotovoltaikmodul neben dem anderen.

Mit 50 stand der Vollerwerbslandwirt vor der Frage, ob er investiert und weitermacht oder den Betrieb aufgibt. „Das war sozusagen mein Geburtstagsgeschenk“, sagt er mit Blick auf den Stall. In dem steckt zwar „kein Cent Fördergeld“, wie Hellmich betont, fest eingerechnet ist aber die Einspeisung des Solarstroms zu den noch gültigen Sätzen.

Etwas mit regenerativen Energien wollte er machen, das stand für Hellmich früh fest. Und schon bald war auch klar, dass ein Biogas-Reaktor nicht das Richtige sein würde. „Das hört sich sehr gut an, ist aber auch mit viel Energieaufwand verbunden“, sagt Hellmich. Zudem bräuchte er mehr Fläche oder müsste Biomaterial dazukaufen. Auf der anderen Seite seien die Module gerade günstig und die Zinsen nierig. Und mehr als gelegentliche Kontrollen erfordere die neue Technik auch nicht. „Das ist so das umweltfreundlichste, was es gibt“, schwärmt Hellmich. Die angekündigte Förderung der Kürzung trifft ihn nach eigenen Angaben nicht mehr, auch wenn die Anlage im Moment noch nicht produziert.

Inzwischen sind seine 35 Kühe in den neuen Stall eingezogen, die Seitenwand noch provisorisch mit einer Plane abgedichtet. Ausweiten will er den Bestand nur nach und nach aus der Zucht, mehr als ein Drittel der Fläche des Gebäudes werde der eigentliche Viehstall nicht einnehmen. Auf dem Rest ist reichlich Platz für die Maschinen und ein Vorratslager. „Dafür konnte ich einen angepachteten Stall und eine Scheune aufgeben und alles wieder nach Hause holen“, freut sich Hellmich.

Bei der Berechnung der Stallgröße sei die Landwirtschaftskammer behilflich gewesen. Dabei sei durchaus eine Reserve eingeplant worden. Schließlich wolle er ja nicht „alle fünf Jahre einen neuen Antrag stellen“.


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