Kurzporträt des Drittliga-Torjägers Unterhachings Hain: „Kein Leitwolf“ – aber ein echter Torjäger

Meine Nachrichten

Um das Thema Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Knoten platzte: Stephan Hain (Mitte). Foto: imago/foto2pressKnoten platzte: Stephan Hain (Mitte). Foto: imago/foto2press

Unterhaching. Neun Spiele mit nur einem Treffer – und der noch im abgelaufenen Jahr – sind für einen Torjäger wie Stephan Hain eine harte Kost. Entsprechend erleichtert reagierte der Mittelstürmer der Spvg. Unterhaching, als er beim 3:0-Heimsieg über die Sportfreunde Lotte seinen Knoten zum Platzen brachte. „Es hat mich schon beschäftigt, ein paar Spiele nicht getroffen zu haben. Dies war nicht spurlos an mir vorbeigegangen.“

Und das war im Alpenbauer Sportpark am Samstag zunächst auch zu spüren. Speziell in der 40. Minute, als er mit einem schwach getretenen Strafstoß und dann auch im Nachschuss an Lottes Keeper David Buchholz scheiterte. „Den Elfmeter muss man besser aufs Tor bringen“, gab der 29-Jährige nach dem Schlusspfiff zu.

Da hatte sich Hains Laune bereits erheblich gebessert. Zum ersten Mal hatte Haching in diesem Jahr gewonnen. Mit seinem Treffer zum 2:0 und Assist zum 3:0 hatte der Routinier auch seine persönliche Flaute beendet. Der zweite Treffer war ein typischer Hain-Treffer – in Gerd-Müller-Manier. „Das war ja nicht schwer, die Vorlage zu verwandeln“, sagte er. Das stimmt, aber der zuweilen untertauchende Mittelstürmer hatte erneut sein gutes Näschen für Strafraumsituationen bewiesen, als er sich davonschlich und am zweiten Pfosten sträflich freistand. Es war sein Saisontor Nummer 15, kein Drittligaspieler hat bislang häufiger getroffen.

In der Aufstiegssaison zuvor hatte der 1,79 Meter große Stürmer in 28 Spielen in der Regionalliga Bayern 32-mal eingenetzt. „Ich profitiere enorm davon, in einer fußballerisch richtig starken Mannschaft zu spielen“, betont Hain, der vor seinem Wechsel nach Haching bei 1860 München in zwei Zweitligajahren auf 13 Einsätzen mit nur einem Tor gekommen war. Von 2007 bis 2013 hatte er für den FC Augsburg gespielt (75 Einsätze/16 Tore), mit dem er in die Bundesliga hochrückte. Sein 2:1-Siegtor als Joker am 8. Mai 2011 gegen FSV Frankfurt bedeutete den Aufstieg, Hain war der gefeierte Held.

Verletzungssorgen, vor allem Knieverletzungen, warfen ihn in der Folge häufiger zurück. In Haching blieb er von größeren Rückschlägen bislang verschont. Hain kann sich vorstellen, in der oberbayrischen Gemeinde seine Karriere zu beenden. Der Vertrag des 29-Jährigen läuft eh noch bis 2020. Präsident Manfred Schwabl bezeichnet ihn als unverkäuflich. „Ich bin bereits im höheren Fußballalter“, sagt Hain, der kein Lautsprecher, sondern ein ruhiger Teamspieler ist: „Ein Leitwolf bin ich nicht – das ist bei uns Sascha Bigalke. Ich helfe durch meine Spielweise.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN