Kein Beweis für Körperverletzung Prozess gegen 30-jährigen Iburger eingestellt

Von Heiko Kluge

Eingang zum Amtsgericht Bad Iburg im Iburger Schloss. Foto: Michael SchwagerEingang zum Amtsgericht Bad Iburg im Iburger Schloss. Foto: Michael Schwager

Bad Iburg. Wegen Geringfügigkeit stellte das Amtsgericht das Verfahren gegen einen 30 Jahre alten Mann aus Bad Iburg ein. Dem Mann war vorgeworfen worden, eine gemeinschaftliche Körperverletzung begangen zu haben.

Dem Angeklagten war zur Last gelegt worden, gemeinsam mit einem weiteren Mann im Februar vergangenen Jahres auf zwei Männer in einem Hausflur eines Mehrparteienhauses in der Osnabrücker Straße in Bad Iburg eingeschlagen und –getreten zu haben. Doch nach Verlesung der Anklage kam die Verhandlung nicht recht voran. Der 30-Jährige machte keine Angaben zu dem Vorwurf. Auch die beiden Geschädigten hatten offenbar schon im Vorfeld kein Interesse an einer Strafverfolgung gezeigt. Einer der beiden konnte krankheitsbedingt nicht als Zeuge erscheinen, der zweite blieb der Verhandlung unentschuldigt fern. Gegen ihn verhängte das Gericht ein Ordnungsgeld in Höhe von 90 Euro.

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Zugetreten

Als einzigen Zeugen konnte das Gericht lediglich einen der Bewohner des fraglichen Hauses anhören. Der Mann hatte Geräusche im Flur gehört und nachgesehen. „Ich habe zwei Personen reglos am Boden liegen sehen und zwei Personen standen daneben“, erinnerte er sich. Einer der Stehenden habe dann noch ein paar mal auf einen der am Boden liegenden Männern eingetreten, „aber das war nicht so schlimm“, relativierte der Zeuge. Den Angeklagten brachte der Mann nicht mit dem Vorfall in Verbindung: „Er hat damit nichts zu tun.“

Angesichts einer derart mageren Beweislage kamen Staatsanwalt und Richter überein, das Verfahren gegen den 30-Jährigen „aus prozessökonomischen Gründen“ einzustellen. Selbst wenn an der Sache etwas dran sein sollte, so spreche doch einiges dafür, dass es ein wechselseitiges Geschehen gewesen sei, meinte der Richter. Da es auch keine gravierenden Verletzungen gegeben habe, sei eine Einstellung vertretbar.