Teilnahme an Bundesprogramm St. Martin ist die erste Sprach-Kita in Bramsche

Von Judith Perez


jup Bramsche. Die erste Sprach-Kindertagesstätte in Bramsche hat ihr Projekt mit einem bunten Familiengottesdienst und einem Mitbringbuffeet für die ganze Gemeinde gestartet. Die Kita St. Martin nimmt an diesem Bundesprogramm teil und hat eine zusätzliche „Fachkraft Sprache“ dafür bekommen.

Naya Ajaj ist vier Jahre und drei Monate alt. Gemeinsam mit ihrer Mutter Nessreen und ihrem Vater Osama ist sie vor zwei Jahren aus Damaskus in Syrien nach Bramsche gekommen und besucht die Innenstadt-Kita St-Martin. „Zurzeit haben wir Kinder aus neun verschiedenen Nationen“, berichtet Einrichtungsleiterin Christel Thiesing. Das war auch die Voraussetzung, um an dem Bundesprogramm teilnehmen zu können“ erklärt sie. Der Familiengottesdienst in der St. Martinskirche bildete den Auftakt.

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Bunt ging es zu. „Wie in einem Tuschkasten“, stellte Pastorin Stephanie Seger den Bezug für die Kleinen her. Bunt in Bezug auf die Herkunft der Kinder, auf die Farben, bunte Tücher wurden im Rhythmus der Musik geschwungen, und ganz besonders bei der Auswahl der gesungenen Lieder, die Jakob Gronemann an der Orgel begleitete. „Gemeinsam mit den Müttern haben wir überlegt, welche Lieder sich eignen“, berichtete Thiesing.

Fachkraft Sprache

Im Mittelpunkt stand das Stück „Hallelu, Hallelu, Hallelu, Halleluja, preiset den Herrn!“, da das Lied nur aus der einen Zeile bestehe. Dabei kamen immer Mütter oder Teammitglieder ans Mikrofon und sprachen den Refrain in Rumänisch, Russisch, Englisch, Polnisch und Italienisch vor, damit die Kirchengemeinde es dann gemeinsam mitsingen konnte. Inklusive Pädagogik, heißt das in der Fachsprache des Bundesprogrammes Sprach-Kitas. St. Martin ist die erste und einzige Einrichtung in Bramsche, der eine zusätzliche Fachkraft Sprache mit 19,5 Wochenstunden zugeteilt wurde. Die aus Oldenburg stammende Christiane Dähne übernimmt ab sofort diese Aufgabe und leitet gemeinsam mit Leiterin Thiesing als Tandem das Projekt, indem sie regelmäßig geschult werden.

Zusammenarbeit mit Familien

Nach dem Gottesdienst ging es zum Mitbringbuffet ins Gemeindehaus nebenan. Baklawa, Käsecroissants und deutsches Vollkornbrot standen nebeneinander mit einem kleinen Namensschild und Länderfähnchen versehen. „Unsere Familien haben ein reichhaltiges, buntes kulinarisches Angebot auf die Beine gestellt“, freute sich Thiesing und dankte allen Beteiligten. Thiesing betonte im Gespräch, dass die Zusammenarbeit mit den Familien extrem wichtig sei. Wenn so viele Nationen aufeinanderstoßen, komme man nur voran, indem man aufeinander zugehe. Sprachfachkraft Dähne sei gerade dabei, die Zusammenarbeit mit den Familien verstärkt auszubauen. Weitere gemeinsame Aktionen sollen in den nächsten Wochen und Monaten folgen.

Da die mitgebrachten Speisen in großzügigen Portionen mitgebracht wurden, gab es selbstverständlich Reste. Ein Teller aber war ganz leer. Der Baklava von Naya und ihren Eltern. Vater Osama versprach, in den nächsten Tagen einen neuen Teller des in Zuckersirup eingelegten Gebäcks aus Blätterteig, gefüllt mit gehackten Walnüssen für die Kita zuzubereiten.