Erneut Debatte um Kanäle am Obenende Papenburg schiebt Pläne für neues Bauland weiter an

Von Gerd Schade

Auf dieser Grünfläche an der Ecke Moorstraße/Wacholderweg sollen zwei Häuser mit je sechs Wohneinheiten entstehen. Die Birken würden in diesem Fall gefällt. Foto: Gerd SchadeAuf dieser Grünfläche an der Ecke Moorstraße/Wacholderweg sollen zwei Häuser mit je sechs Wohneinheiten entstehen. Die Birken würden in diesem Fall gefällt. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Der Papenburger Bau- und Umweltausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung die Planungen für mehrere Baugebiete im Stadtgebiet weiter auf den Weg gebracht. Eine Debatte entbrannte erneut um das Anlegen von schiffbaren Kanälen in einem Neubaugebiet am Obenende. Ein Überblick.

In Aschendorf sollen die Baugebiete „Am Rauhtopf“ (in Richtung Tunxdorf) und „Habichtshorst“ (westlich Bokeler Straße) erweitert werden (wir berichteten).Im Zuge der Waldseestraße und nördlich des Neubaugebietes „Am Rauhtopf“ sind 13 Grundstücke geplant. Nahe des Neubaugebietes „Habichtshorst“ und entlang der Straße „Zum Draiberg“ sind zehn Bauplätze vorgesehen. Beide Baugebiete sind Teil einer zusammenhängenden Perspektivplanung für ein großes Baugebiet mit insgesamt rund 110 Grundstücken. „Wir müssen so schnell wie möglich an Bauplätze kommen“, sagte Ausschussmitglied Friedhelm Führs (CDU), der auch Ortsbürgermeister in Aschendorf ist. Dem Demografiebericht der Stadt von 2015 zufolge zieht Aschendorf vor allem junge Familien mit kleinen Kindern an.

Todsünde oder Kostenfaktor?

Auch die Planungen für das Neubaugebiet zwischen Bethlehem und Splitting am Obenende gehen weiter. Dort gibt es ebenfalls eine Perspektivplanung – und zwar für bis zu mehr als 230 Grundstücke. Entstehen können soll dort eine Mischung aus freistehenden Ein- und Mehrfamilien- sowie Reihenhäusern.

Ein Teil der Grundstücke soll an einem schiffbaren Kanal anliegen. Dagegen erhob wie schon während der Ausschusssitzung im vergangenen August Norbert Kramer (UWG) Einwände. Das sei wenig innovativ, der Kosten- und Pflegeaufwand aus seiner Sicht zu hoch. Deshalb solle man besser darauf verzichten. Hermann Wessels (CDU) hält es hingegen „für eine Todsünde, das prägende Bild Papenburgs“ – nämlich die Kanäle – außer Acht zu lassen. „Wir brauchen doch sowieso einen Ablauf für das Oberflächenwasser“, sagte Wessels. Der falle mit der Erschließung durch Kanäle praktisch weg.

Planungen für neue Kita

Im ersten Bauabschnitt werden nach dem Willen des Ausschusses Häuser mit bis zu zwei Vollgeschossen und 6,30 Meter Traufenhöhe zugelassen.

In die Planungen fließen laut Verwaltung überdies Überlegungen für den Bau einer Kindertagesstätte ein. Dem 2017 vorgestellten Wohnraumversorgungskonzept zufolge werden in Papenburg bis zum Jahr 2030 insgesamt 1050 Wohneinheiten aller Größen und Preisklassen, also auch sozialer Wohnungsbau, benötigt. Ludger Husmann (SPD) hält die wohnbauliche Verdichtung am Obenende für wichtig.

Grünfläche an Moorstraße wird bebaut

Bebaut werden soll auch eine größere städtische Grünfläche im Bereich der Ecke Moorstraße/Wacholderweg. Wie Silvia Sandmann von der Bauverwaltung erläuterte, sind hier zwei Gebäude mit je sechs Wohneinheiten vorgesehen.

Reihen- statt Mehrfamilienhäuser

Überarbeitet worden sind die Planungen eines privaten Vorhabenträgers für die Bebauung einer Fläche zwischen der Russellstraße und der Hermann-Brandi-Straße. Hier hatte der Ausschuss im vergangenen August die ursprünglichen Pläne für zwei Mehrfamilienhäuser mit je zwei Vollgeschossen und Flachdach geschlossen abgelehnt. Nun sollen dort zwei Reihenhäuser mit je drei Hausblöcken entstehen. Sie stießen auf Zustimmung.

Supermarkt für Kapitänsviertel

Weiter vorangebracht hat der Ausschuss zudem die Planungen für die Ansiedlung eines Nahversorgers im Kapitänsviertel, in dem rund 2200 Menschen leben. Hier fasste das Gremium einen Beschluss für die Ausweisung eines Sondergebietes „Großflächiger Einzelhandel“ an der Ecke Mittelkanal/Kapitän-Venema-Straße. Anker in dem Neubau wird der NP-Markt, der derzeit noch an der Straße „Am Vosseberg“ angesiedelt ist. Außer dem Supermarkt soll es einen Backshop mit Caféplätzen, einen Friseur und weitere Ladenlokale geben. Markus Schepers (FDP) zeigte sich erfreut über den Planungsfortschritt. „Das ist die Lösung, die das Baugebiet schon lange gebraucht hat“, sagte Schepers. Er warb eindringlich dafür, das Vorhaben zu begleiten, „damit der Investor nicht wieder abspringt“, wie dies 2013 der Fall gewesen sei.