Zwischen Große Straße und Schulzentrum Kölner gewinnen Wettbewerb um das Wallenhorster Krippenhaus

Von Christina Halbach


Wallenhorst. Der erste Preis im Wettbewerb um das Wallenhorster Krippenhaus geht an das Architekturbüro LHVH aus Köln. Überzeugt hat das Preisgericht unter anderem die gelungene städtebauliche Einbindung sowie kurze und abwechslungsreiche Wege zu den Gruppen- und Funktionsräumen. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 7500 Euro verbunden.

Das Krippenhaus, das auf der Freifläche zwischen der Großen Straße und dem Schulzentrum entstehen soll, hat das Kölner Büro als eingeschossiges 1285 Quadratmeter großes Gebäude mit Flachdach und einer Holz-/Glasfassade geplant. Dabei setzen die Architekten auf eine klar gegliederte Grundstruktur: Vier unterschiedliche lange Riegel sind in Ost-West-Richtung so zueinander verschoben, dass sich sich die Gruppenräume jeweils zu einem im Süd-Westen gelegenen 1500 Quadratmeter großen Außenspielbereich öffnen.

Eingelassene Lichthöfe

Der Haupteingang ist auf der Ostseite angelegt. Von dort gelangt man in das öffentliche Zentrum des Gebäudes mit den Gemeinschaftsräumen Halle, Bewegungs- und Speiseraum: „Diese können bei Bedarf zusammengeschaltet werden“, erläuterte Architekt Frank Lohner das Areal, in dem über eingelassene Lichthöfe Helligkeit geschaffen wird. Von dort verteilen sich die Kinder in fünf Gruppenräume, die jeweils mit Ruhe- und Intensivräumen sowie einem Sanitärbereich ausgestattet und um die 140 Quadratmeter groß sind. An der Ostseite des Geländes sind insgesamt 27 Parkplätze geplant, wovon 19 für die Mitarbeiter vorgesehen sind.

Zwölf Entwürfe im Wettbewerb

Der Plan hatte sich unter insgesamt zwölf eingereichten Bewerbungen durchgesetzt.  Im Juni 2017 hatte der Gemeinderat beschlossen, ein Krippenhaus für bis zu 75 Kinder unter drei Jahren zu bauen und den optimalen  Entwurf im Rahmen eines Architektenwettbewerbs zu ermitteln.

Auch als Seniorenwohnanlage nutzbar

Die Vorgaben der Gemeinde waren vielfältig, wie Bürgermeister Otto Steinkamp bei der Präsentation der eingereichten Entwürfe im Foyer des Rathauses vor zahlreichen Ratsmitgliedern, Wettbewerbsteilnehmern und Vertretern der Wallenhorster Kindergärten erläuterte: „Wir wollten die bautechnischen Rahmenbedingungen so gestalten, dass man flexibel aufgestellt ist“. Soll heißen: Ändert sich der Bedarf, soll das Gebäude auch als Kindertagesstätte oder Seniorenwohnanlage nutzbar sowie eine Aufstockung durch ein zweites Geschoss möglich sein. Auch das konnten die LHVH-Architekten realisieren: Der Entwurf böte, heißt es in der Begründung, hohe räumliche Potenziale. 

243 Bewerber

Insgesamt 243 Bewerbungen seien nach einer EU-weiten Bekanntmachung unter anderem auch von Büros aus Österreich, Spanien und Polen eingegangen, erläuterte Reinhard Drees. Sein in Bielefeld beheimatetes Architekturbüro hat den Wettbewerb begleitet und insgesamt fünf Bewerber mit Referenzen ausgewählt und zehn weitere zugelost. Ein Preisgericht bestehend aus 21 Mitgliedern hat die eingereichten Entwürfe begutachtet : Neun Stimmberechtigten, darunter fünf Architekten, der Bürgermeister und drei Ratsmitglieder, stand dabei ein Kreis von zwölf nicht Stimmberechtigten aus Architekten, Fachberatern der Kindergärten aus dem Rathaus und der Kirchengemeinde sowie weiteren Ratsmitgliedern beratend zur Seite. Bürgermeister Steinkamp lobte die hohe Qualität der eingegangenen Entwürfe: „Die waren so gut, dass jede Kommune froh wäre, einen davon zu realisieren.“

Träger wird katholische Kirche

Der Entwurf wird am 13. März dem Verwaltungsausschuss zur Entscheidung vorgelegt. Wenn alles klappt, soll das Krippenhaus, für das die katholische Kirchengemeinde St. Alexander die Trägerschaft übernommen hat,  im September 2019 eröffnet werden. Im aktuellen Haushalt sind dafür Mittel von 3 Millionen Euro für das Gebäude sowie 400000 Euro für die Ausstattung bereit gestellt, teilte Rüdiger Mittmann von der Gemeinde mit.


Nach dem Motto „Kurze Wege für kurze Beine“ hält die Gemeinde Wallenhorst in allen Ortsteilen Kindertagesstätten vor. Mit qualifizierter pädagogischer Betreuung sowie familienfreundlichen Öffnungszeiten sind sie ganz auf die Bedürfnisse von Eltern und Kindern eingestellt.

Träger der Einrichtungen sind die evangelische und katholische Kirche. Mit ihnen arbeitet die Gemeinde Wallenhorst zum Wohl der Kinder eng zusammen.

Die acht Wallenhorster Kindertagesstätten berechnen derzeit für eine vierstündige Betreuung 96 Euro pro Monat. Längere Betreuungszeiten werden mit einem Achtel dieses Betrages pro halbe Stunde berechnet.

Für Familien mit geringem Einkommen hält die Gemeinde Wallenhorst umfangreiche finanzielle Hilfen bereit. Ob Ihnen eventuell Hilfen zustehen, können Sie mit dem Zuschussrechner ermitteln.

Weitere Infos sind unter 05407/888531. Quelle: wallenhorst.de